Jagdgenossenschaft

Weidmannsklänge schallen in die Nacht hinaus

Hubertusmesse mit den Bamberger Jagdhornbläsern vor großem Publikum ein überwältigender Erfolg

28.10.17  Als die Bamberger Jagdhornbläser das wohlbekannte Instrumental „Der Jäger aus Kurpfalz“ Laurentiusring und Kleukheimer Straße hinunterschallen lassen, sind die Hunderte Zuhörer plötzlich ganz still. Im Halbkreis aufreiht, lauschen sie andächtig dem besonderen Klangerlebnis. Die Klangfülle ist ergreifend, der Schein der im leichten Wind flackernden Fackeln gibt der abendlichen Freiluftdarbietung unterhalb der Sankt-Laurentius-Kirche den besonderen Reiz. Eine Gedenkfeier zu Ehren des heiligen Hubertus hatte es im Markt Zapfendorf noch nie gegeben. Die Premiere ist eindrucksvoll.

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Die örtlichen Jagdgenossen um Vorsitzenden Manfred Dümig und Jagdpächter Bernd Rübensaal hatten die Kirche mottogerecht mit Waldutensilien wie buntes Herbstlaub und präparierten Tieren wie Fuchs, Fasan, Waldohreule und Eichelhäher dekoriert. Glanzpunkt ist ein Geweih, zwischen dem ein leuchtendes Kreuz prangt. Es erinnert an die Legende des heiligen Bischofs von Lüttich, an seine Bekehrung zum Glauben. „Sieht sehr schön aus, oder?“, fragt Pfarrer Kurian Chackupurackal und strahlte in die Runde. Es ist die erste Hubertusmesse in seinen 25 Jahren Priestersein – und sie beeindruckt ihn nachhaltig.

„Wir haben bis vor zwei Stunden gar nicht gewusst, was auf uns zukommen würde“, sagt Manfred Dümig hinter vorgehaltener Hand. Er hatte natürlich gehofft, dass die Benefizveranstaltung zugunsten der Kirchenrenovierung gut angenommen würde. Nun aber drängen sich Hunderte in Sitzreihen, Gängen und auf der Orgelempore. Zusammenrücken ist angesagt. Ein überwältigender Erfolg.

Dass die bekannten Bamberger Jagdhornbläser um Hornmeister Johannes Trunk, im „normalen“ Leben als Trompeter Teil der Bamberger Symphoniker, für Musikerlebnis auf allerhöchstem Niveau garantieren, hat sich herumgesprochen. Die gespannten Gäste wurden nicht enttäuscht. Zu Ehren des Patrons der Jäger und Forstleute erleben sie ein tolles Konzert mit Jagdhörnern, Parforcehörnern und Fürst-Bless-Hörnern. Mal schmettern die Weidmänner, um das Taufbecken aufgereiht, jubilierende Klänge zum Gotteslob, mal lassen sie die Gläubigen in balladesken Harmonien schwelgen. Die Johann-Wolf-Orgel spielt an diesem Abend in „Sankt Laurentius“ nur eine Nebenrolle. Und das ist gut so. Nur einmal ist das Kircheninstrument an diesem Abend ebenbürtig. Zur Kommunion steigt Hornmeister Johannes Trunk hoch auf die Orgelempore, spielt im Duett mit Organistin Judith Hirschberg auf dem Flügelhorn die Waldandacht von Franz Abt. Es ist das „i-Tüpfelchen“ auf einer brillant vorgetragenen Hubertusmesse.

„Wir sollten alle dankbar sein für Gottes Schöpfung und dürfen nie vergessen, dass wir Menschen eine besondere Verantwortung dafür haben“, stellt Pfarrer Kurian Chackupurackal in seiner Predigt heraus. „So wie auch Hubertus von Lüttich nach der Begegnung mit dem prächtigen Hirsch im Wald zum Heger und Behüter der Natur wurde.“ Das Jägersein sei mehr als das begeisterte Nachgehen eines Hobbys, es funktioniere nur im Einklang mit der Natur. Nur durch die Bewahrung der Schöpfung so könne der Mensch sein Leben sinnerfüllt führen.

Auf den Stufen vor „Sankt Laurentius“ folgt nach dem Gottesdienst das ergreifende, für manchen etwas zu kurze, weil so unglaublich schöne Platzkonzert. Die Freiwillige Feuerwehr hat die Hauptdurchgangsstraßen in diesem Bereich gesperrt, um genügend Platz für die große Schar an Interessenten zu haben. Im Fackelschein geht es sodann, vorbei an prächtigen Fachwerkbauten, durch den Ort zum Gemeinschaftshaus. Erneut zücken die Bläser ihre Hörner, spielen einige Stücke und blasen später zum Essen. Denn für lukullische Leckereien auf Weidmanns Art war bestens gesorgt: Jagdpächter Bernd Rübensaal hat eigens für diesen Anlass zwei Wildscheine erlegt, die es nun zu genießen gilt. Und weil die Zahl der Feinschmecker so groß ist und großer Saal und Nebenraum so nicht ausreichen, werden kurzerhand auch im Flur Bänke und Tische aufgestellt. Das stört jedoch niemanden: Alle sind froh, Teil dieses rundum gelungenen Fest sein zu dürfen.

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Premiere im Markt Zapfendorf: Die Bamberger Jagdhornbläser spielten eine Messe zu Ehren des heiligen Bischofs Hubertus von Lüttich.

Bei der Ehrung (von links): Zapfendorfs Zweiter Bürgermeister Andreas Schonath, der scheidende Vorsitzende Eduard Herold, Jagdpächter Bernd Rübensaal, Hans Rübensaal, der neue Jagdvorsteher Manfred Dümig, sein Stellvertreter Horst Schneider sowie Gemeinderat Harald Hümmer

50 Jahre Jagdpächter

Seit einem halben Jahrhundert ist Hans Rübensaal schon Jagdpächter im Forst rund um Oberleiterbach. So nutzen die Jagdgenossen ihre Hauptversammlung im Gemeinschaftshaus, um den treuen Waidmann und seinen Sohn Bernd für seine Treue mit einer Statue des heiligen Hubertus zu ehren. Darüber hinaus vollzogen sie einen Führungswechsel. Fortan löst Manfred Dümig den bisherigen Vorstehenden Eduard Herold an der Spitze des Vereins ab.


Nachfolgendes Organigramm zeigt die aktuelle Vorstandschaft der Jagdgenossenschaft Oberleiterbach.