Dorfjugend

Balztänze, Bären und Benediktiner

Die Dorfjugend hat einen Ausflug ins Naturkundemuseum Bamberg unternommen. Dabei lernten sie viel über die Vögel dieser Welt. Und dann ging es auf Zeitreise in die Geschichte.

28.06.2019 Wow, da gibt es wirklich Vögel, die haben den Moonwalk á la Michael Jackson drauf: Die Kinder staunten nicht schlecht, als ihnen F. Schmidt vom Naturkundemuseum Bamberg ein Video eines um die Gunst des Weibchens buhlenden Gelbhosenpipra zeigte. Was für ein toller Vogel! Auf Einladung der Dorfjugendleiterinnen Angela Hennemann und Sonja Göbel waren Sarah, Anna, Philipp, Jakob, Jana, Nico, Emmy, Fiona, Lorena, Julius und Antonia in die Domstadt gekommen, um ganz viel über die gefiederten Freunde zu lernen. Die, die in ihrer direkten Nachbarschaft leben, aber auch über die in tausenden Kilometern Entfernung beheimateten Exoten.

Wenn das Ei einem TicTac ähnelt

In das Naturkundemuseum kann jeder Interessent. Eine so coole Führung im zughörigen Vogelsaal ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. „Von Strauß bis Kolibri“ hieß das Motto für die wissbegierigen Kinder der Dorfjugend – und es gab viel zu lernen. So erfuhren die kleinen Forscher, dass das Ei eines Kolibri gerade einmal so groß ist wie ein ein TicTac. Oder dass man am Gefieder der Vögel erkennen kann, wo sie leben. Und an der Form des Schnabels, ob er ein Räuber ist oder Würmer und Insekten frisst.

Museumsmitarbeiterin F. Schmidt gab sich größte Mühe, die Kinder für die Vogelkunde zu begeistern. Bald hatte sie die Oberleiterbacher in ihren Bann gezogen. Eben auch, weil sie so coole Videos mit ihrem Tablet zeigte, wie das vom eingangs erwähnten Gelbhosenpipra beim Balztanz und von anderen lustigen Konsorten.

Fitis oder Zilpzalp?

Fitis und Zilpzalp, zwei Vögel mit lustigen Namen, sind in Europa weit verbreitet. Nun waren die jungen Experten gefragt: Woran erkennt man die beiden Vögel die sich doch zum Verwechseln ähnlich sehen? Kopfzerbrechen war angesagt, und schnell hatten sie die Lösung parat: Richtig,, die beiden gefiederten Gefährten zwitschern unterschiedlich. Zum Beweis spielte F. Schmidt die Stimmen der beiden auf dem Tablet vor. Doch damit war für die Gäste aus dem Landessilbersdorf das Forscherdiplom noch nicht bestanden. Es galt, weitere Vogelstimmen zu erraten und Vögel zu identifizieren. Amsel, Kuckuck, Taube und Goldammer gibt es schließlich auch in sowie rund um Oberleiterbach. Neu war ihnen allerdings, dass der Gesang besagter Goldammer ähnlich wie Beethovens fünfte Symphonie klingt.

„Leider mussten wir auch hören, dass der größte mitteleuropäische Vogel, die Großtrappe, gefährdet ist“, sagt Dorfgruppen-Leiterin Angela Hennemann. „Sie braucht weite Graslandschaften als Lebensraum. Dieser wird ihnen aber vom Menschen immer mehr genommen.“ Auch Hochspannleitungen werden ihnen immer wieder zum Verhängnis. „Wir hoffen, dass es den Großtrappen nicht so geht wie der in nordamerikanischen Wandertaube, die wir auch gesehen haben. Die wurde durch die starke Bejagung durch den Menschen Mitte des 20. Jahrhunderts ausgerottet, und zwar komplett!“

Ein Ausflug in die Urzeit

Nach der Führung sind die Kinder mit ihren Begleitern noch durch die Sonderausstellungen geschlendert. In „Frankenland am Jurastrand“ erfuhren sie Wissenswertes über die Ausgrabungen bei Wattendorf  und begutachteten Fossilien. Leider war eines der Ausstellungstücke, das Exponat von einem Quastenflosser (mit Gräten und erhaltenen Schuppen), nur als Foto zu sehen. Das Original wurde nach Paris ausgeliehen. In der Sonderausstellung „Glanzlichter der Naturfotografie“ sahen sie ein „Best of" der in den vergangenen 20 Jahren aufgenommen Naturfotos. Unter anderem einen Bär, der nach seiner Badehose sucht. Apropos Bär: Auch Bambergs berühmtester Tatzenträger ist im Naturkundemuseum zu bestaunen: Den Kopf von Poldi haben die Mitglieder der Dorfjugend beim Rein- und Rausgehen bewundert.

Nach dem Naturkundemuseum war noch nicht Schluss mit dem Ausflug. Nach einer kurzen Stärkung ging es auf den Michelberg und damit auf Spurensuche nach der Geschichte des eigenen Dorfes. Oben angekommen, gab es erst einmal ein leckeres Eis. Und Angela Hennemann erzählte den Kindern, dass Oberleiterbach einst dem gut 1000 Jahre alten Benediktinerkloster gehört hat. Anders als beispielsweise Kirschletten, das Teil eines ritterlichen Guts war.

Als die Mönche Bauern in Oberleiterbach waren

Zuerst haben die Mönche den Haupthof ,neben der Sankt-Laurentius-Kirche, in dem heute die „Amons“ wohnen, selbst bewirtschaftet. Später verpachteten sie ihn. „Die Oberleiterbacher mussten von allem, was sie geerntet und erwirtschaftet haben, einen Teil ans Kloster abgeben“, so Hennemann. Oder mal den ein oder anderen Mönch bei der Durchreise ein Quartier gewähren und ihn versorgen mussten, beispielsweise, wenn er zum Geld und Abgaben eintreiben unterwegs war. „Im Zuge der Säkularisation 1803 wurden dann die Klöster aufgelöst und Oberleiterbach muss seitdem nichts mehr abgeben.“ Zumindest nicht mehr ans Benediktinerkloster. Dann sah sich die Dorfjugend noch ein wenig auf dem Klostergelände um. In die Kirche konnten sie leider nicht, weil diese bis 2025 renoviert wird. Glücklich über einen gelungenen, informativen und kurzweiligen Ausflug machten sie sich dann wieder auf den Weg nach Hause.  M. Drossel

 


Kindergärten für Insekten eingerichtet

Dorfjugend bastelt für den Erhalt von Wildbienen und -wespen

18.03.2019   Stängel um Stängel steckt Mira das Schilf in die gelbe Blechdose. Die 4-Jährige geht mit viel Akribie zu Werke, scheint das Gewusel um sie herum vergessen zu haben. Die kleine Naturschützerin hat in diesem Moment nur Augen für ihr Projekt: ein besonders tolles Insektenhotel, ein Domizil für Wildbienen, das nach Fertigstellung sogar ein wenig der ihr bestens bekannten Biene Maja ähnelt.

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Für die wilden Verwandten von „Maja“

„Dabei bauen wir heute gar kein Haus für die Honigbienen, sondern für Wildbienen“, erklärt ihr Angela Hennemann von der Dorfjugend. Auch die anderen Kinder lauschen gebannt den Ausführungen. Von Scherenbiene und Löcherbiene hatten sie noch nie gehört. Auch nicht, dass diese nicht als Volk leben, sondern Einzelgänger sind und keine Königin haben.

„Und in der Regel stechen diese Wildbienen nicht.“ Aufatmen bei den jungen Naturfreunden. „Wir basteln übrigens im Endeffekt einen Insektenkindergarten, denn in diese Schilfröhren legen die dann ihre Eier.“ Das gefällt Mira. Auch, dass hier eventuell auch die Grabwespe wohnen wird.

Mit viel Spaß bei der Sache

Derweil bereitet Sonja Göbel, die zweite Leiterin der Dorfjugend, ein Muster-Insektenhotel vor. „Aus Draht machen wir die Flügel“, erklärt sie. Dafür werden kleine Löcher in die Blechdosen gebohrt. Die Augen aus Kronkorken an der Stirnseite des Runds werden mit Heißkleber fixiert. Ein Klebeband dient für die Streifen. „Danke, dass ihr alle so fleißig bastelt. So haben wir ganz viele Insektenhotels für unsere Blühflächen im Ort. Und jeder von euch darf zusätzlich auch eins mit nach Hause nehmen.“ Die Kinder blicken Angela Hennemann und Sonja Göbel stolz entgegen.

„Bienen werden ja leider immer weniger.“ Und nicht nur die. Deshalb haben viele der Kinder ihre Insektenhotels noch am selben Tag in ihrem Garten aufgehängt und aufgestellt. Und beobachten seither neugierig, ob denn schon die ersten Hotelgäste einziehen.   M. Drossel

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Bildergalerie


Ein Kalender zugunsten des Eremiten-Bildes

Dorfjugend startet Benefizaktion für Sanierung des Ivo-Gemäldes auf dem Staffelberg

15.12.2018   Bioenergiedorf, bayerisches Silbermedaillendorf, Dorf der Denkmäler, Geburts- und Sterbeort des berühmtesten Eremiten des Staffelbergs: Oberleiterbach hat wahrlich viele Facetten. Genau das dachten sich auch die Verantwortlichen der Dorfjugend um Angela Hennemann und Sonja Göbel. Sie haben 24 Fotomotive ihres lebens- und liebenswerten Wohnorts auf einen Wendekalender gepackt und bieten diesen zum Verkauf an. Der Erlös ist für die Renovierung des Bilds von Ivo Hennemann bestimmt, das normalerweise in der „Staffelberg-Klause“ hängt und derzeit mit viel Akribie fachmännisch von Staub und Schmutz der Jahrhunderte befreit wird.

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„Wir haben aus der Zeitung davon erfahren, dass das Gemälde saniert wird. Wir fanden die Idee klasse und wollen als Lätterbocher unseren Beitrag dazu leisten“, sagen Angela Hennemann und Sonja Göbel. Und zwar einen möglichst großen. Genau deshalb wird die Dorfjugend keinen Cent am Wendekalender verdienen: Der Erlös ist gänzlich für Ivo bestimmt, den unvergessenen Sohn des Ortes.

„Oberleiterbach durch meine Augen“ – So lautete der Titel eines Experiments, das letztlich wunderschöne Motive lieferte. Unter diesem Motto schickte der Gartenbauverein nämlich die Kinder und Jugendlichen des Dorfes im März auf Schnappschussjagd. Die Juroren waren angetan von dem, was den ambitionierten Nachwuchsfotografen vor die Linse kam: Die Motive reichten von Gärten und Glaube über Nachbarn und Naturschönheiten bis hin zu Fachwerk und Fußspuren. Manche Teilnehmer hatten sich sogar eigene Models engagiert. Diese Bilder finden auf der einen Seite des Wendekalenders Verwendung.

Auf der anderen Seite des Dauerkalenders (er ist nicht nur auf 2019 gemünzt) sind Nachtaufnahmen von Zeitungsredakteur und Hobbyfotograf Markus Drossel zu finden, der einen Glanzpunt des vergangenen Jahres für die Nachwelt festhielt: „Oberleiterbach leuchtet“ lockte Tausende Besucher in den 276-Einwohner-Ort. Ein grandioser Erfolg, der den Initiatoren (darunter auch Angela Hennemann und Markus Drossel) viel Lob einbrachte.

Der Wendekalender zugunsten der Gemäldesanierung ist für neun Euro erhältlich. Über fünf Euro davon fließen in die Renovierung des Ivo-Bildnisses, der Rest sind Produktionskosten. Die Fotografen verzichteten auf ein Honorar. Interessenten wenden sich an Angela Hennemann, E-Mail: angela.hennemann@gmx.de , Telefon: (09547) 8705441.

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Sonja Göbel und Angela Hennemann freuen sich über die ersten gedruckten Exemplare des Wendekalenders. Bei der Auswahl der Bilder hatten sie die Qual der Wahl, so viele tolle Motive standen ihnen zur Verfügung.    Foto: M. Drossel

Lauter kleine Unikate: Dorfjugend bastelt Sterne für Weihnachtsbaum

Adventsaktion zum Abschluss eines kurzweiligen Jahresprogramms – Beste Wünsche fürs Fest

14.12.2018 „Am Weihnachtsbaum die Lichtlein brennen“, singt der Volksmund. „Doch nur Lichter ist auch langweilig“, dachten sich die Kinder und Jugendlichen des Dorfes, als sie den Weihnachtsbaum vor der Sankt-Laurentius-Kirche betrachten. „Außerdem stört mich die Straßenlaterne, die genau davor steht“, fügte Jana an. „Können wir da nicht was tun?“ Kurzerhand trafen die Kids sich unter der Region der Dorfjugend-Leiterinnen Sonja Göbel und Angela Hennemann zum Weihnachtsbasteln im Gemeinschaftshaus. Vor kurzem wurden die schmucken Unikate am Nadelbaum in der Ortsmitte aufgehängt.

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Zahlreiche Kinder beteiligt

„Wir freuen uns, dass so viele Kinder unserer Einladung zu diesem Adventsbastelnachmittag erschienen sind“, sagt Sonja Göbel. „Das war auch unsere Jahresabschlussveranstaltung mit den Kindern.“ Der Terminplan der Dorfjugend war in diesem Jahr prall gefüllt, die Aktionen waren vielfältig. „Fotowettbewerb, Frühlingsbasteln, Kinderkreuzweg, Sandkastenbau, Nachtwanderung, Martinsumzug…“, zählt Angela Hennemann die Höhepunkte auf. Den Kinderfasching hatten noch die vorherigen Leiterinnen der Dorfjugend, Andrea Hümmer und Regina Stöhr, initiiert.

Um vorweihnachtliches Flair  bei der Adventsbastelei zu verbreiten, lasen Angela und Sonja Weihnachtsgeschichten im Gemeinschaftshaus vor. Derweil gestalteten die Kinder die Sterne für den Weihnachtsbaum und kleine Tannenbäume für zuhause. Dazu gab es weihnachtliche Leckereien wie Kinderpunsch, Lebkuchen, Spekulatius und selbstgebackene Gewürzschnitten.

Persönlich signiert

Seit wenigen Tagen hängen die selbstgebastelten Sterne nun am Christbaum unterhalb von „Sankt Laurentius“. „Damit wollen wir allen Oberleiterbachern und allen Betrachtern frohe Weihnachten wünschen“, sagten die kleinen Künstler. Die Sterne sind übrigens persönlich signiert. Auf ihnen steht „Frohe Weihnachten wünscht“ und jeweils der Name des Kindes, das ihn fertigte. Manches Mädchen und so mancher Junge malte auch ein kleines Bildchen darauf. „Genießt die Festtage – und einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ Sonja und Angy schmieden übrigen schon wieder die Pläne für die Aktionen der Dorfjugend im kommenden Jahr. „Was es sein wird, wird nicht verraten“, geben sie sich geheimnisvoll. Eines aber ist jetzt schon sicher: Langeweile wird definitiv keine aufkommen.   M. Drossel

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Laternenumzug: zu Ehren des Heiligen Martin gesungen und gefeiert

War dies der Beginn einer verheißungsvollen Schauspielkarriere? Die Teilnehmer der Martinsfeier jedenfalls staunten nicht schlecht, wie souverän die erst sechs Jahre alte Jana ihre Rolle als Heiliger Martin spielte. Auf ihrem Steckenpferd „ritt“ sie durch die spärlich beleuchtete Sankt-Laurentius-Kirche, als habe sie noch nie etwas anderes gemacht, teilte gekonnt und mit einem Lächeln auf den Lippen den purpurfarbenen Mantel und hängte ihn sodann Bettler Max um. Kaum zu glauben, dass Jana in diesem Jahr zum ersten Mal den mildtätigen römischen Soldaten spielte, der der Legende nach mit seinem selbstlosen Handeln einem armen, im Schnee sitzenden Mann das Leben rettete.

Der Martinsfeier mit anschließendem Laternenzug hatten die Kinder des Dorfes regelrecht entgegengefiebert. Stolz hatten sie ihre Lampions mitgebracht: Piraten, Drachen, Feen, Schweinchen, Sterne, Einhörner – die Motive waren vielfältig. Organisiert hatten die Martinsfeier Angela Hennemann und Sonja Göbel. Und die Kinder trugen Fürbitten vor.

Sowohl in der Kirche als auch auf dem Weg vom Gotteshaus zum Feuerwehrhaus wurde kräftig gesungen. Die vielen bunten Lichter waren ein toller Anblick. Dank Frank und Michael Hennemann, die den Martinsumzug absicherten, konnten die Kinder die ganze Straßenbreite nutzen. Das Absichern war auch dringend nötig: Einmal mehr zeigte sich, dass längst nicht jeder Autofahrer sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern hält. Ganz im Gegenteil. Im Feuerwehrhaus klang die Feier zu Ehren des Heiligen von Tours bei Kinderpunsch, Wienerla und Laugenbrezen aus.   Markus Drossel

Geschichtsdetektive knobeln sich durchs Dorf

„Historische Schnitzeljagd“ begeistert die Kinder – Am Ende eine süße Überraschung

OBERLEITERBACH „Wo Zukunft schon heute ist!“ Romy, Alexander, Philipp, Anna, Max und Andrea schreien den Satz mit Inbrunst. Gespannt blicken sie sich auf dem Dorfplatz um. Was wird nun passieren? Dass das Lösungswort der „historischen Schnitzeljagd“ stimmt, da sind sie sich sicher. Es ist schließlich das Motto des Dorfes, in dem sie gerade unterwegs sind. Aber nun? Sie rufen erneut den Slogan, sondieren ein weiteres Mal die Lage. „Da!“ Wie von Zauberhand öffnet sich das Tor des Feuerwehrhauses. Die Kinder stürmen los. Die Schatztruhe haben sie längst erblickt.

Eingeladen hatte zur Schnitzeljagd der besonderen Art hatte die Dorfjugend um die Leiterinnen Angela Hennemann und Sonja Göbel. Im Nu waren die begehrten Plätze belegt, junge Geschichtsdetektive aus den Märkten Zapfendorf und Ebensfeld hatten sich angemeldet. Mit Tablet und Smartphone bewaffnet, ging es mit Start am Gemeinschaftshaus auf Spurensuche. Die Fragen, die ihnen mit auf den Weg gegeben wurden, waren teilweise gar nicht so einfach. Was bitteschön ist ein Büttner? Was kostete im Jahr 1967 in der ehemaligen Gastwirtschaft „Jägersruh“ genau 80 Pfennig? Auf den Tafeln des Historischen Dorfrundgangs standen einige der gesuchten Informationen, längst aber nicht alle. Also wurden die Mobiltelefone gezückt und flugs die QR-Matrix gescannt. „Aha, ein Stück Torte war es also, das 80 Pfennig kostete“: Antonia und Sarah haben es herausgefunden.

Dass der Bach durch den Ort der Leiterbach ist und das Dorf sich einst in Oberend und Unterend teilte, ist für die Geschichtsdetektive kein Problem. „Aber wisst ihr denn, was ein Walmdach ist?“ Angela Hennemann blickt in viele fragende Gesichter. „Das ist wie bei der Frisur von Anna: Das Hausdach hat quasi einen Pony“, erklärt die Leiterin der Dorfjugend anschaulich und kindgerecht. Anna nickt: So ist das also.

„Gab es früher denn nur ein Klassenzimmer ist der alten Schule?“ Marie mag es gar nicht glauben, was sie auf der Informationstafel gelesen hat. „Ja, früher wurden alle Kinder des Dorfes in nur einem Klassenzimmer unterrichtet“, bestätigt Angela Hennemann. „Und der Lehrer wohnte hier auch.“ Diesem Umstand kann Marie wiederum etwas Positives abgewinnen: „Er hatte es also nicht weit zur Schule.“

Etwas mehr als 90 Minuten dauert die „historische Schnitzeljagd“ im Rahmen des Sommerferienprogramms. Die Geschichtsdetektive erfahren, dass Oberleiterbach einst eine Tageskegelbahn hatte, was ein Dreiseithof ist, das „Kruzifix“ nichts anderes als Kreuz bedeutet, wie Landwirtschaft früher funktionierte, dass einst fast jedes Haus einen Hausnamen hatte – und vieles mehr. Der Start ist auch das Ziel: Am Spielplatz tragen sie die Lösungsbuchstaben auf dem Rätselbogen ein, rufen stolz den Satz – und werden mit reichlich Süßigkeiten aus der Schatztruhe belohnt. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt Anika im Anschluss. Ja, das finden auch die anderen, und mampfen genüsslich ihre süße Beute. So spannend kann Geschichtsunterricht im Freien sein, selbst in den großen Ferien.

Das Schülerrätsel auf Basis des Historischen Dorfrundgangs mit QR-Code ist kostenlos und als Download auf der Seite www.oberleiterbach.de zu finden. Einzige Voraussetzung ist ein internetfähiges Tablet oder Smartphone, und schon kann der Knobelspaß beginnen.

 

Entlang des Historischen Dorfrundgangs gibt es für die Kinder einige knifflige Fragen zu beantworten. Nach und nach erarbeiteten sich die Geschichtsdetektive so einen Lösungssatz. Foto: Martina Drossel

„Oberleiterbach durch meine Augen“

05.03.2018   „Ich könnte doch auch mal...“ Alexander denkt laut nach und stoppt abrupt. Der Blondschopf hat sich ganz cool an das gusseiserne Tor am Aufgang zur Sankt-Laurentius-Kirche gelehnt. Sein Blick ist starr, geht leicht gen Himmel, das Grinsen ist  verschmitzt. Die Augen signalisieren seinem Partner: jetzt schnell fotografieren, jetzt schnell den Moment einfangen. Kurz darauf klackt es. Das Model ist zufrieden, das komponierte Bild ist im Kasten.

Der Kinder-Fotowettbewerb, den der Gartenbauverein mit beginnendem Frühling ausgelobt hat, erfreut sich großer Beliebtheit. „Knipser-Kids“ im Alter von sechs bis 16 Jahren sind unter dem Motto „Oberleiterbach durch meine Augen“ ausgeschwärmt, um in 150 Minuten den perfekten Augenblick einzufangen. 2. Vorsitzende Angela Hennemann und Vorstandsmitglied Sonja Göbel sichtlich zufrieden mit der großen Resonanz. Zu entdecken gibt es in einem der schönsten Dörfer Bayerns reichlich: Tierische Darsteller lassen sich nicht lange bitten, die durch die tiefstehende Sonne noch sehr langen Schatten laden zum Experimentieren ein, historische Fachwerkhäuser bieten eine herrliche Kulisse. 

Entscheidung fällt im Juni

Um faire Voraussetzungen zu schaffen, haben alle Teilnehmer das gleiche Kameramodell – und exakt 27 Fotos auf dem Film. Nach dem Entwickeln dürfen die kleinen Künstler daraus ein Motiv auswählen, das sie für den Fotowettbewerb einreichen. Alle diese Bilder werden im Gemeinschaftshaus ausgestellt. Eine Jury trifft dann eine Vorauswahl, den Sieger kürt letztlich die Landeskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“, an dem Oberleiterbach im Juni auf Bayernebene teilnimmt.

Apropos Kunst: Während die Fotokünstler die schönsten Momente fokussierten, bastelten die unter Sechsjährigen im Gemeinschaftshaus eifrig Dekoblumen, Schmetterlinge und Hände, mit denen die Fotos bei der Ausstellung verziert werden.  Auch dabei kam der Spaß alles andere als zu kurz.        M. Drossel

Weitere Impressionen:

Kinder-Fotowettbewerb. Foto: M. DrosselKinder-Fotowettbewerb. Foto: M. DrosselKinder-Fotowettbewerb. Foto: M. Drossel


Kinderfasching: Besucherrekord bei den Narrenspielen

Kinderfasching in Oberleiterbach.15.02.2018 Bobbycar-Rennen statt Bobfahrt im Eiskanal, „Reise nach Jerusalem“  statt Skilanglauf, Luftballonzertreten statt Luftgewehrschießen beim Biathlon und Schaumkuss-Wettessen statt Curling: Die Disziplinen, die in den proppenvollen Sälen des Gemeinschaftshauses ausgetragen wurden, waren ganz anders wie die in Pyeongchang. Beim Kinderfasching stand der Spaß im Vordergrund, keine Frage. Und der riesige Andrang stand ganz im Zeichen des olympischen Mottos: „Dabei sein ist alles“.

Wie auch in Südkorea zogen die „Athleten“ – Feen, Prinzessinnen, Einhörner, Polizisten, Feuerwehrmänner oder auch Superhelden – in die mit Luftballons, Luftschlangen und Stoffbahnen bunt dekorierte Arena ein. Nicht nur die Nation Lätterboch stellte sich den Narrenspielen, sondern auch Feen, Cowboys und Indianer aus umliegenden Dörfern. Mit ihnen waren auch zahlreiche erwachsene Faschingsfreunde in den Eichenweg gekommen. Zeitweise war kaum noch ein Durchkommen.

Die kleinen Narren gingen mit Feuereifer an den Start. Als Belohnung gab es für sie danach keine Medaillen (die hätten sie wohl auch nicht gewollt), sondern tütenweise Süßigkeiten. Die Kinder waren selig. Und sie hatten großen Spaß daran, als auch die Erwachsenen beim Schaumkuss-Wettessen ihr „Talent“ unter Beweis stellen mussten.

Kinderfasching in Oberleiterbach.Regina Stöhr geehrt

Heuer fand der Kinderfasching im Oberleiterbacher Gemeinschaftshaus zum 20. Mal statt. Und sehr zur Freude der Organisatoren, der Dorfjugend, konnte dabei ein neuer Besucherrekord aufgestellt werden. Das Gauditreiben am Rosenmontag ist eben längst kein Geheimtipp mehr. Eine der Mütter des Erfolgs ist Regina Stöhr: Vor 20 Jahren ließ sie sich mit ins Team nehmen, bis heute ist sie jedes Jahr mit von der närrischen Partie. Dafür wurde sie im Rahmen des Kinderfaschings geehrt und freute sich über reichlich Applaus der Besucher.

Vom frühen Nachmittag bis spät in den Abend ließ der „Oberlädderbocher DJ Dance Sound“ mit seiner Gute-Laune-Musikmischung keine Langeweile aufkommen. Und als die Kinder nach und nach die Arena verließen, war noch lange nicht Schluss: Der Kinderfasching ging nahtlos in den Faschingstanz für Erwachsene über. Sozusagen die After-Show-Party der Narrenspiele.         Martina Drossel

Trotz Regen leuchtende Kinderaugen beim Martinsumzug

11.11.2017 „Ich geh‘ mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten da leuchten wir“: Voller Inbrunst singen die Kinder das bekannte Sankt-Martins-Lied. Schwer zu sagen, wer an diesem Abend mehr leuchtet: Sind es die bunten Lampions in allen Farben und Formen, die die Kinder vor sich her tragen, oder sind es doch die Kinderaugen, weil ihnen der Martinsumzug durch Oberleiterbach so viel Spaß bereitet?

Vor dem Umzug findet in der themenbezogen dekorierten Kirche „Sankt Laurentius“ eine kurze Andacht statt, bei der Alexander und Linus die Legende des Heiligen Martin nachspielen, der selbstlos einem im Schnee frierenden im Schnee die Hälfte seines Mantels überlässt. Auch einige Fürbitten gibt es, die natürlich von den Kindern vorgetragen werden. Zudem wird schon hier kräftig gesungen.

Dann endlich geht es los: Die Kinder sammeln sich vor der Kirchenmauer und ziehen laut singend durch das Dorf. Das lockt auch den ein oder anderen Zuschauer aus der warmen Stube ins Freie: Trotz des Regens will man den bunten Lichterzug nicht verpassen. Regenschirme hin oder her: Die Kinder riesige Freude am Umzug zu Ehren des selbstlosen Heiligen. Über Laurentiusring und Reuthloser Straße geht es in den Eichenweg zum Feuerwehrhaus, wo auf die Kinder bereits je ein paar Wiener als Belohnung warten. Zum Wärmen gibt es Kinderpunsch, auch sonst ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Organisiert haben die beliebte Martinsfeier einmal mehr Angela Hennemann und Sonja Göbel. Im Feuerwehrhaus werden sie von Regina Stöhr und Andrea Hümmer unterstützt. Und die Feuerwehr darf auch nicht fehlen: Sie stellt nicht nur ihr Domizil zur Verfügung, sondern sorgt mit Frank und Michael Hennemann auch für die Sicherheit der Teilnehmer.       


18.04.17 - Dorfjugend -Knatternd durch das Bundesgolddorf

OBERLEITERBACH 
„Wir rufen den Englischen Gruß“, schallte es am Abend des Gründonnerstags erstmals durch die Straßen des Dorfs. 
15 Kinder und Jugendliche waren dann am Karfreitag und –Samstag jeweils frühmorgens, mittags und abends unterwegs, 
um durch ihr Raspeln das Geläut der Glocken von „Sankt Laurentius“ zu ersetzen, die wegen des Sterben und Leiden Jesu nach Rom geflogen waren. 
Zum Dank und als Lohn ihrer Mühen bekamen sie von den Bewohnern des Dorfes Eier und andere kleine Geschenke. TEXT/FOTO: MARTINA DROSSEL