Soldaten- und Kameradschaftsverein - Aktuelles

 


Unter den Regenschirmen ist die Stimmung prächtig

„Dieter und seine Musikanten“ versuchen fleißig, die Regenwolken mit böhmischer Musik zu vertreiben. Dies gelingt nicht. Warum trotzdem alle beim Dorffest auf ihre Kosten kommen.

19.08.2019   Bei diesen Wetterkapriolen half nur noch Galgenhumor. „Die Wolken lassen sich nicht vertreiben. Denen gefällt eben, was wir spielen“, sagte Dirigent Dieter Zapf zynisch übers Mikrophon und brachte sein Publikum so zum Lachen. Nein, Petrus meinte es in diesem Jahr nicht gut mit dem Soldaten- und Kameradschaftsverein sowie deren Gäste. Das Dorffest in Oberleiterbach war ein verregnetes. Der Stimmung indes tat es keinen Abbruch.

An „Dieter und seinen Musikanten“ hat es auf jeden Fall nicht gelegen. Das 26-köpfige Ensemble um den Ebensfelder Leiter und Namensgeber legte sich an Mariä Himmelfahrt mächtig ins Zeug. Doch weder mit „Blasmusikvergnügen“ noch mit der „Mondscheinpolka“ ließen sich Nieselregenphasen vermeiden noch die Temperaturen anheben, die über weite Strecken des Tages nun wirklich nicht sommertypisch waren. Neben instrumentalen Stücken gab es viele gesangliche Perlen, bei denen Dieter Zapf sich weibliche Verstärkung holte. Mal war es die charmante Hilde Hammel, mal seine Tochter Jasmin. Das Besondere: Die 38-Jährige ist blind, konnte also weder Text noch Noten vom Ständer vor ihr ablesen. Sie hatte die böhmische Musik ganz einfach im Blut. Dafür gab es Sonderapplaus. Einfach großartig!

Regen:  na, und? Die Besucher des Fests ließen sich davon nicht die Laune verderben. Fotos: Drossel
„Dieter und seine Musikanten“ unterhielten die Gäste des Dorffests mit erlesenen Stücken der böhmischen Blasmusik. Fotos: Drossel

Ein Kampf gegen die Windmühlenflügel

Und die Gäste? Die ließen sich vom Nass nicht schocken. Die Trocknungs-Teams waren im Dauereinsatz, wischten die Sitzgarnituren immer wieder ab – und doch war es ein Kampf gegen die berühmten Windmühlenflügel.  Die Besucher spannten ihre Regenschirme auf, ließen unter ihnen oder den Sonnenschirmen den Herrgott „an guten Moo“ sein und auf jeden Fall nicht die Feiertagslaune verderben. Stattdessen feierten sie die Soli von Rüdiger Schorr und Klaus Sünkel an Posaune und Trompete, klatschten bei der Julia-Polka kräftig mit, summten die Paula-Polka und ließe sich zu „Mein bester Freund“ Kaffee und Kuchen schmecken. Wer nicht so wetterfest war, der suchte sich ein Plätzchen unter den Zelten am Gemeinschaftshaus oder wich gar in selbiges aus.

Den Veranstaltern die kalte Schulter zeigen, das wollten nur die wenigstens. Zu verlockend waren die Spezialitäten auf der Speisekarte, die zu familienfreundlichen Preisen angeboten worden. Den Kindern machte das nasskalte Wetter sowieso kaum etwas aus: Auch wenn an der Hüpfburg immer wieder Regenpausen eingelegt wurden, so fanden sie auf dem unmittelbar angrenzenden Spielplatz immer eine Alternative, zu toben und zu tollen. Manch Eltern hatten mit Regenjacken und Gummistiefeln vorgesorgt und ließen die Sprösslinge den Tag genießen. Zwischendurch sah es übrigens immer wieder so aus, als würde Petrus dann doch noch einlenken. Die sonnigen Abschnitte währten waren am späteren Nachmittag etwas länger, dann kam erneut Regen. Doch in Lätterboch kümmerte das die wenigsten. Auch nicht, dass die eigentlich angekündigte zweite Band „Mainfieber“ aus Wettergründen gar nicht erst anrückte. Gefeiert wurde trotzdem, und das bis tief in die Nacht.    M. Drossel

Haben einfach Musik im Blut: Der Leiter des Ensembles, Dieter Zapf, und seine Tochter Jasmin. Fotos: Drossel
Ein Trompetensolo nur für uns? Das war so recht nach dem Geschmack der Kinder vor der Bühne.

Das „Rote Pferd“ durch die Nacht gejagt

Besuchermassen lassen Dorffest zum großen Erfolg werden – Schon nachmittags proppenvoll

Oberleiterbach Mit dem „Böhmischen Wind“ bliesen „Dieter und seine Musikanten“ die Regenwolken fort, zum „Hochachtungsmarsch“ ließ sich die Sonne dann erstmals blicken, beim Titel „Sommernachtsfest“ bestand kein Zweifel mehr, dass das Wetter halten würde – und beim Posaunensolo von Klaus Sünkel mussten die Organisatoren sich sputen und flugs die Reservegarnituren aufstellen: Einmal mehr war das Dorffest des Soldaten- und Kameradschaftsvereins ein Publikumsmagnet. Schon am frühen Nachmittag ließen es sich mehrere hundert Besucher auf dem Festplatz am Eichenweg so richtig gut gehen.

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Die Regen- und Hagelschauer aus dem vergangenen Jahr hatte Dieter Zapf noch gut in Erinnerung. Heuer war er bester Laune, moderierte und leitete das zwei Dutzend Musiker starke Ensemble mit viel Schwung und sang sich zusammen mit Duettpartnerin Hilde in die Herzen der Besucher. Die beliebte Kapelle, ein Zusammenschluss von versierten Blasmusikfreunden aus Ober- und Unterfranken, hatte einen bunten Strauß aus böhmisch-mährischen Melodien geschnürt. Das Publikum goutierte die erstklassige Nachmittagsunterhaltung mit reichlich Applaus.

Musik für alle Generationen

Ab dem frühen Abend trieb das Trio „Mainfieber“ das Stimmungsbarometer weiter nach oben. Jürgen und Bernd Donath sowie Hubert „Pfloggy“ Wolf hatten viele Hits und Evergreens im Gepäck. Zu „Ich bin geboren, um Dich zu lieben“ wurde getanzt, zum „Kufsteinlied“ sich beim Nachbarn untergehakt und geschunkelt, beim Oberfrankenlied kräftig mitgesungen und „Rock Mi“ kräftig mitgeklatscht. Mittlerweile war die Gästezahl weit ins Vierstellige gestiegen: Was für ein Erfolg.

Hochstimmung herrschte auch auf der Hüpfburg, und das den ganzen Tag über. Immer wieder pendelten die Kinder zwischen dem blauen „Luftschloss“ und dem angrenzenden Spielplatz hin und her. Rutschenhaus, Kletterturm, Schaukeln, Seilbahn, Wipptiere, Sandkasten: Die kleinen Gäste waren selig und wussten gar nicht, wo sie zu erst spielen sollten. Und die Eltern brauchten sich nicht sorgen, denn der Straßenzug rund um das Dorffest war an Mariä Himmelfahrt allein den Feiernden vorbehalten.

„Kompliment“ für die Gastgeber

Als es längst schon dunkel war und „Mainfieber“ „Ein Kompliment“ von Sportfreunde Stiller anstimmten, so war das durchaus auch als Dankeschön für und Hommage an die Veranstalter zu verstehen: Vor 21 Jahren spielten die Musiker zum ersten Mal bei diesem Fest und sie hatten auch heuer erkennbaren Spaß an der Sache. So sehr, dass sich Jürgen Donath sogar noch zur Kinderanimation hinreißen ließ, beim „Bobfahrerlied“ sich mächtig in die Kurven legte, beim „Fliegerlied“ die Muskeln spielen ließ und das „Rote Pferd“ durch die Nacht jagte. Die Kinder taten es ihm gleich – und die Erwachsenen feuerten sie kräftig an. In der Freiluftbar war noch bis deutlich nach Mitternacht Betrieb.    M. Drossel

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Gerhard Senger übernimmt den Vorsitz

Soldaten- und Kameradschaftsverein bestimmt den Vorstand neu – Mitgliederstand steigt

Die neue Führungsriege des Soldaten- und Kameradschaftsvereins: (v. li.) Ausschussmitglied und Schießgruppenleiter Stephan Metzner, Ausschussmitglied Maria Helmreich, Ausschussmitglied Stefan Amon, 1. Vorsitzender Gerhard Senger, Ausschussmitglied Franz Hennemann, Kassierer Georg Seelmann, die Fahnenbegleiter Philipp Seelmann und Pankraz Landvogt, 2. Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann sowie Fahnenträger Markus Kreppel. Foto: M. Drossel 

19.02.2018   Wachwechsel beim Soldaten- und Kameradschaftsverein: Nach 24 Jahren an der Spitze tritt Nikolaus Kunzelmann ins zweite Glied zurück. Die Vollversammlung wählte im Gemeinschaftshaus am Eichenweg den bisherigen Stellvertreter Gerhard Senger einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Auch sonst gab es einige Veränderungen.

Im Rückblick von Nikolaus Kunzelmann wurde deutlich, dass der Soldaten- und Kameradschaftsverein ein wichtiger Kulturträger im Golddorf ist. Kunzelmann sprach von zahlreichen Veranstaltungen, darunter Wanderungen, Kaffeekränzchen und Gedenkfeiern zu Georgen- und Volkstrauertag. Im Auftrag des Bezirksverbands der Bayerischen Kameraden und Soldatenvereinigung (BKV) organisierten die Oberleiterbacher im Mai federführend die 60. Soldaten und Friedenswallfahrt von Seubelsdorf nach Vierzehnheiligen mit. Kunzelmann machte keinen Hehl daraus, dass diese angesehene Großveranstaltung heuer auf der Kippe stehe: Bereits vor drei Jahren habe der SKV dem Bezirk mitgeteilt, dass nach Jahrzehnten und der 60. Auflage Schluss sei. Sehr zum Ärger der bisherigen Organisatoren unternahm die Bezirksführung nichts, ließ die Jahre verstreichen. Und so war die Soldaten und Friedenswallfahrt für heuer quasi schon abgesagt, ehe die bislang Federführenden eine Rettungsaktion starteten. Ob diese gelinge, wisse man noch nicht, so Kunzelmann. „Wir wollen die Wallfahrt nicht opfern“, betonte er. „Und wir sind guter Hoffnung.“ Eine Entscheidung falle am 6. März, bis dahin habe der BKV-Bezirk seine „Hausaufgaben“ zu machen. Das Verhalten des BKV-Bezirks sei beschämend, ärgerte sich Kassierer Georg Seelmann. Und deswegen wollen (und werden) die Oberleiterbacher sich auch heuer in der Organisation beteiligen – ein allerletztes Mal.

Ein voller Erfolg

Alles andere als negativ verliefen im vergangen Jahr die kulturellen Höhepunkte des Oberleiterbacher Soldaten- und Kameradschaftsvereins: Die Christbaumversteigerung war einmal mehr ein voller Erfolg, das Dorffest, das erstmals mit zwei Kapellen („Dieter und seine Musikanten“ und „Mainfieber“) stattfand, war ein Publikumsmagnet. „Die Gäste kamen deutlich früher als sonst, und es waren insgesamt sehr viel mehr“, bilanzierte Kunzelmann. Selbst das Sommergewitter mit Hagel konnte die Bilanz nicht trüben: Kassierer Georg Seelmann sprach von einem sehr erfolgreichen Jahr und einem satten Plus auf der Habenseite.

Mehr Spenden als in den Vorjahren kamen im November bei der Sammlung für den Volksbund deutsche Kriegsgräbervorsorge zusammen: Der SKV aus dem 279-Einwohner-Dorf überwies insgesamt 450 Euro. Darüber hinaus ließ er die Ortseingangstafeln im Vorfeld des Bezirkswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ renovieren und ergänzen und sorgte dafür, dass der Markt Zapfendorf Gefallenendenkmal sowie Ivo-Grabmal und Bager-Tafel sanierte. Selbstverständlich beteiligte sich der Verein auch mehrfach am Jubiläumsjahr „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“. Erfreulich: Während andere Soldatenkameradschaften um die Existenz bangen, verzeichnet der Oberleiterbacher Verein einen Mitgliederzuwachs: Derzeit sind es 52, neu aufgenommen wurden Maria Helmreich und Max Leutheußer.

Elf Schießen am Wolfsanger

Das Protokoll der vorjährigen Hauptversammlung verlas Gerhard Senger. Danach zeigte sich auch der Leiter der Schießgruppe, Stephan Metzner, mit dem vergangenen Jahr sehr zufrieden. Die 35 Mitglieder absolvierten elf Schießen am Wolfsanger, darunter das Pokalschießen, bei dem Thomas Hennemann Erster wurde und Gerhard Senger sich den Wanderpokal sicherte. Schießgruppen-Kassiererin Andrea Senger vermeldete eine negative Bilanz. Die Revisoren Eduard Herold und Alfons Hennemann bescheinigten ihr sowie Georg Seelmann eine saubere und ordentliche Arbeit. Die bereits im vor zwei Jahren angeregte Tagesfahrt ins Deutsch-deutsche Museum Mödlareuth soll in diesem Jahr stattfinden, vermutlich im Herbst. Sicher ist, dass das Dorffest an Mariä Himmelfahrt steigt. 

 Der neue Vorstand

Den Soldaten- und Kameradschaftsverein führen in den nächsten vier Jahren: 1. Vorsitzender Gerhard Senger, 2. Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann, Kassierer Georg Seelmann, Ausschussmitglieder Franz Hennemann, Stefan Amon, Stephan Metzner (auch Schießgruppenleiter) und Maria Helmreich. Fahnenträger und -begleiter sind Markus Kreppel, Philipp Seelmann und Pankraz Landvogt. Die Kasse prüfen Eduard Herold und Alfons Hennemann.                      M. Drossel


Selbst die Jüngsten bieten eifrig mit

Christbaumversteigerung Spaß für alle Generationen – Lose der Tombola schnell ausverkauft

Christbaumversteigerung 2018. Foto: M. Drossel

07.01.2018   „Fünf Euro! Fünf!“ Mit glockenheller Stimme schmettert der kleine Philipp dem Auktionator keck sein Gebot entgegen. Der vierjährige Blondschopf hat sich auf den Beinen seines sitzendes Vaters aufgebaut, um besser gesehen zu werden. Er reckt den abgewinkelten linken Arm energisch gen Saaldecke. Der Auktionator schaut verdutzt, dann nickt er. „Fünf Euro sind geboten. Wer bietet mehr?“ Bald schon kommen weitere Meldungen, doch Philipp legt nach. Er schaut seinen Papa an, lächelt, holt Luft und ruft: „Sechsfünfzig!“

Alfred Hümmer im Losglück

Die Christbaumversteigerung des Soldaten- und Kameradschaftsvereins im jeweils gut gefüllten Haupt-und Nebensaal des Gemeinschaftshauses ist ein Spaß für alle Generationen. Vor die Auktion hat Vereinsvorsitzender Nikolaus Kunzelmann jedoch die Verlosung gesetzt. Die 600 Lose mit 350 Gewinnen waren einmal mehr weit vor Veranstaltungsbeginn vergriffen. Kein Wunder, gab es doch, neben Kleinpreisen wie Lebensmittelkonserven, Süßigkeiten und Knabbereien, auch durchaus begehrte Preise wie Elektrogeräte für den Heimwerker, Küchenhelfer und veredelten fränkischen Hopfensaft. Und wer eine Niete zog, der war auch nicht böse: Letztlich tat er dies für einen guten Zweck, denn der Soldaten- und Kameradschaftsverein unterstützt regelmäßig mit Spenden gemeinnützige Projekte. Der Hauptpreis, ein 100-Euro-Gutschein der Ebensfelder Geschäftswelt, ging an Alfred Hümmer.Christbaumversteigerung 2018. Foto: M. Drossel

Besinnlich wurde es bei der Weihnachtsgeschichte, die Bernhard Kreppel vortrug. Schenkelklopfer dagegen waren die drei kurzen Theaterstücke, die Philipp Seelmann, Angela Hennemann und Martina Drossel einstudiert hatten. Und auch Ludwig Hennemann bewies Entertainerqualitäten. Dies alles diente dem Warm-up, ehe Vorsitzender Nikolaus Kunzelmann als Auktionator zur Tat schritt.

Verführerische Düfte

Wer in einer der vorderen Reihen saß, der hatte nicht nur einen guten Blick auf die Posten, die da gleich unter den Hammer kommen würden, ihm lief vor allem das Wasser im Mund zusammen. An den Ästen des geschätzt vier Meter hohen Fichtenbaums hingen nicht nur goldene Christbaumkugeln, sondern auch leckere geräucherte Leberwürste und Krakauer, die für das besondere Aroma sorgten. Christbaumversteigerung 2018. Foto: M. DrosselDie Mädchen dagegen hatten ausgekundschaftet, dass drei Puppen versteigert werden sollten, die Jungs spechteten auf Zollstock und andere Arbeitsutensilien. Feinschmecker hatten sich Räucherfisch und Pizzasalami ausgesucht. Darüber hinaus suchten auch eine Holzeule made in Lätterboch, Oberleiterbacher Honig, Liköre aus heimischer Produktion und die ein oder andere Flasche „Schneidersgässla Südwand“ einen neuen Besitzer. Und diese waren durchaus begehrt.

Und als Höhepunkt der Stamm

Ast für Ast zwickten die Soldatenkameraden ab und boten diese Feil. Kein Angebot ging unter Wert über den Auktionstisch: Für den guten Zweck zahlten die Bieter gerne den ein oder anderen Euro mehr. Einzig beim Stamm, der Hauptattraktion des Abends, wollte sich kein wirklicher Wettstreit (mehr) entwickeln, die Gäste schienen schon etwas ermattet  - oder zufrieden mit dem bereits Erstandenen. So sicherte sich Udo Seelmann den riesigen Schinken, das Sechser-Bauernbrot, zwei Liter Bier und eine Flasche Obstbrand für moderate 75 Euro.  M. Drossel

Weitere Impressionen:

Christbaumversteigerung 2018. Foto: M. DrosselChristbaumversteigerung 2018. Foto: M. DrosselChristbaumversteigerung 2018. Foto: M. Drossel


Dorffest 2017