OBERLEITERBACH   Viele Monate Arbeit liegen hinter den Kirchenverwaltungs- und Pfarrgemeinderatsmitglieder aus Oberleiterbach: Heuer feiert die barocke Filialkirche „Sankt Laurentius“ ihr 500-jähriges Bestehen, wurde im Vorfeld aufwändig renoviert. Zahlreiche Handwerker gingen in den vergangen Wochen im Gotteshaus ein und aus, die Gottesdienste wurden seither im Gemeinschaftshaus gehalten.

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Nun sind die Arbeiten abgeschlossen, das Jubiläumsjahr beginnt – mit einer Vielzahl an kirchlichen, geselligen und historischen Veranstaltungen.

Der Reigen zum Jubiläum beginnt am Montag, 17. April, mit einer feierlichen Osterandacht mit Jubiläumskerzen und Osterlicht. Noch offen ist der Termin des Festgottesdienst, an dem der Altar in der frisch renovierten Kirche geweiht wird. Fest steht, dass am Samstag, 6. Mai, ab 15 Uhr eine Maiandacht im Freien bei Familie Senger, Leuchtersbrunnen 11, stattfindet. Dabei wird ein Flurmarterl geweiht. Am 23. Mai, 18.30 Uhr, ist Gottesdienst im Gemeinschaftshaus, es findet der Sternbittgang der Pfarrei Zapfendorf-Kirchschletten statt. Die feierliche Pfingstandacht in der Kirche beginnt am 5. Juni um 17 Uhr.

Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold hält am Donnerstag, 22. Juni, einen Vortrag zum Thema „500 Jahre Kirche Oberleiterbach“. Los geht es um 18.30 Uhr in „Sankt Laurentius“. Für 9. Juli, 9 Uhr, ist ein Familiengottesdienst in der Kirche. Am 25. Juli folgt ein weiterer historischer Vortrag: Dr. Thomas Gunzelmann, Stellvertretender Referatsleiter am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Schloss Seehof, widmet sich ab 19 Uhr im Gemeinschaftshaus dem Thema „Oberleiterbach – Geschichte eines ehemals michelsbergischen Klostersdorfes“.

Zum Patronatsfest zu Ehren des Märtyrers Laurentius am 10. August, 19 Uhr, gibt es einen Gottesdienst in der Kirche, im Anschluss ist auf dem Kirchplatz für das leibliche Wohl gesorgt. Kirchenpfleger Ludwig Hennemann hat in Zusammenarbeit mit der Abtei Münsterschwarzach einen Bildervortrag über Pater Laurentius Hennemann zusammengestellt. Er ist über dem Titel „Leben und Wirken in der Mission“ am 25. August, 19 Uhr, im Gemeinschaftshaus zu sehen. Der 2013 verstorbene Laurentius Hennemann feierte 1950 in seinem Heimatort Oberleiterbach Primiz. 60 Jahre lang war er Priester und Missionar in Tansania.

Höhepunkt des Kirchenjubiläums ist der Kirchweihsonntag, 3. September. Erzbischof Dr. Ludwig Schick hält den Festgottesdienst ab 9.30 Uhr in der Pfarrkirche, danach wird im Festzelt am Gemeinschaftshaus gefeiert – natürlich zünftig, mit Leckereien und Blasmusik. Um 12 Uhr überträgt der Radiosender Bayern 1 das Mittagsläuten der Sankt-Laurentius-Kirche Oberleiterbach.

Zum „Tag der Ewigen Anbetung“ gibt es am 19. September, 18 Uhr, eine feierliche Andacht in der Kirche. Um 19 Uhr beginnt der Abschlussgottesdienst, an den sich eine Prozession anschließt. Die Jagdgenossenschaft sorgt am 28. Oktober, 17.30 Uhr, mit der Hubertusmesse in „Sankt Laurentius“ für einen Glanzpunkt. Anschließend ist gemütliches Beisammensein im Gemeinschaftshaus. Am 10. November schließlich blickt die Kirchenverwaltung mit Interessenten ab 19 Uhr im Gemeinschaftshaus auf die Kirchenrenovierung und das Jubiläumsjahr zurück.

Der Erlös vieler Veranstaltungen kommt der Kirche zugute. Die katholische Kirchenstiftung Oberleiterbach freut sich darüber hinaus auch weiterhin über Spenden für die erfolgte Renovierung des barocken Schmuckstücks: IBAN DE54770601000102712490. Zur 500-Jahr-Feier wurden auch schmucke Jubiläumskerzen mit dem Bild der Oberleiterbacher Sankt-Laurentius-Kirche geschaffen, die als Andenken in der Kirche erworben werden können.

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Kleine Kirchengeschichte

Egal, aus welcher Richtung der Besucher in das Heimatdorf von Einsiedler Ivo Hennemann (Dichterfürst Joseph Viktor von Scheffel setzte ihm mit dem „Frankenlied“ ein poetisches Denkmal) kommt: Er wird als erstes von der trutzigen Kirche „Sankt Laurentius“ begrüßt, die 1517 auf einer kleinen Anhöhe errichtet wurde. Der gedrungen wirkende Sakralbau aus Sandstein wurde im 30-Jährigen Krieg stark in Mitleidenschaft gezogen. In der Folgezeit wurde sie von „Meister Adam Kuntzelmann aus Stübig“ barockisiert und 1681 erweitert.

Der spätgotische Turm, heute Wahrzeichen des Ortes, blieb erhalten. Allerdings wurde ihm eine Welsche Haube aufgesetzt. Den Hochaltar fertigte der Bamberger Hofbildhauer Johann Samuel Koch. Er verewigte den Kirchenpatron Laurentius auf dem Altarblatt. Links und rechts flankiert wird der Heilige mit Rost und Palmzweig von Sankt Petrus und Paulus. Der reich dekorierte Hochaltar wurde am 31. August 1686 aufgestellt.

Im Mittelalter befand sich in Oberleiterbach einer der 13 Klosterhöfe des Bamberger Klosters Michelsberg. Geschichtsschreiber erwähnen das Dorf im Jahr 1221 zum ersten Mal urkundlich. Forscher gehen aber davon aus, dass das heutige Bundesgolddorf weit älter ist.