Oberleiterbach beim Landesentscheid

Wetter Oberleiterbach



Nachtlicht für eine Festung des Glaubens

Trutzige Sankt-Laurentius-Kirche ist täglich stilvoll beleuchtet – Neun moderne LED-Strahler

07.12.2018   Die Sankt-Laurentius-Kirche ist nicht nur das Wahrzeichen des Golddorfs Oberleiterbach, sondern auch der ganze Stolz der Einwohner. Deshalb ließen die Lätterbocher das genau 500 Jahre alte Gotteshaus im Jubiläumsjahr aufwändig innen renovieren und schlossen jüngst die Arbeiten an der Neugestaltung des Außenbereichs ab. Das „i-Tüpfelchen“ ist seit wenigen Tagen zu sehen: Der trutzige Sakralbau ist nun nachts beleuchtet.

„Ich weiß nicht mehr genau, wer es war, der auf die Idee kam, die Laurentiuskirche zu beleuchten“, sagt Kirchenpfleger Ludwig Hennemann. „Irgendwann stand die Frage im Raum und wir beschlossen dann, dies zu tun.“ Damit erfüllte die katholische Kirchenstiftung so manchem Einwohner einen Herzenswunsch. Endlich ist die barocke Sehenswürdigkeit im Herzen des prämierten Dorfs nicht mehr nur tagsüber zu sehen. Wer aus Richtung Kleukheim oder aus Richtung Reuthlos nach Oberleiterbach kommt, wird nun auch nachts von ihr begrüßt. „Wir haben uns bewusst entschieden, nur diese beiden Seiten zu beleuchten, weil die anderen von den Ortseinfahrten aus nicht so gut zu sehen sind“, begründet Hennemann. Sankt Laurentius Oberleiterbach. Foto: DrosselInsgesamt wurden neun moderne LED-Strahler längs des Fundaments des Kirchenschiffs und unterhalb des Turms in den Boden eingelassen. Die Kosten betrugen rund 4000 Euro. Damit wird „Sankt Laurentius“ nicht angestrahlt, sondern dezent beleuchtet – und so kommt die Marmorierung des Sandsteinkörpers besonders schön zur Geltung. „Die Beleuchtung schaltet sich täglich automatisch bei Einbruch der Dämmerung ein und endet um Mitternacht. Morgens schalten sich die Lichter um 5 Uhr wieder an.“ Dank der modernen Technik sind die errechneten Betriebskosten pro Jahr ausgesprochen moderat: Die Kirchenstiftung veranschlagt dafür rund 110 Euro. Bewusst entschied sich das Team um Ludwig Hennemann gegen die Beleuchtung der charakteristischen Welschen Haube. „Dafür hätten wir, in entsprechender Entfernung, rund die Kirche Ständer für die Leuchten aufstellen müssen“, erklärt er. Und das hätte tagsüber den homogenen Anblick von Kirchenmauer, Zugangstor und Kirche massiv beeinträchtigt. Außerdem hat die Oberleiterbacher Kirche sowieso einen wehrhaften Charakter – und so hat es auch etwas für sich, dass sie nachts, von der Längsseite aus betrachtet, etwas an die Giechburg erinnert. Sie ist ja auch eine Festung des Glaubens – in einem der schönsten Dörfer Oberfrankens.                M. Drossel

 

 

Für jedes Kind gab es ein Geschenk

Nikolaus beehrt die Dorfweihnacht – Stilvoll im Feuerschein gefeiert

02.12.2017 Wenn das sich mal herumspricht: Ja, man kann ihn herbeisingen, den Heiligen Nikolaus. Zumindest war es so bei der Dorfweihnacht, zu der der Gartenbauverein Gäste aus nah und fern vor das Gemeinschaftshaus geladen hatte: Als die Kinder gutgelaunt „Lasst uns froh und munter sein“ anstimmten, kam er flugs herbei, der rotgewandete Mann mit Mitra und langem weißen Bart. Kurzzeitig rutschte so manchem jungen Gast das Herz ein wenig in die Hose, als sie seinen Begleiter Knecht Ruprecht sahen. Doch dieser Geselle hatte an diesem Abend nichts zu tun: Die Lätterbocher Kinder schienen brav gewesen zu sein im vergangenen Jahr.

Und so kündete der Gast aus Myra vom nahenden Weihnachtsfest und von der nun beginnenden Adventszeit – und natürlich hatte er, darauf hatten die Kids ja gehofft, auch für jedes von ihnen ein kleines Geschenk dabei, das sie sich persönlich abholen durften. Erst als alle Kinder ihre Präsente hatten, durften diese geöffnet werden. Die Freude über Vitaminreiches und Süßes war groß.

Auch ansonsten gab es bei der Dorfweihnacht so manche Leckerei zu genießen. Neben Kaltgetränken und saisontypischem Glühwein tischte das Team des Gartenbauvereins seinen Gästen diverse Schmankerln für den kleinen Hunger auf. An vielen Stellen loderten kleine Feuer und verliehen dem kleinen, aber feinen Fest, zusammen mit der vorweihnachtlichen Dekoration, so eine stilvoll romantische Atmosphäre. Außerdem halfen sie, der Dezemberkälte ein Schnippchen zu schlagen. Und so blieb ein harter Kern bis weit nach Mitternacht vor Ort. 

Kommentar: Ehren, wem Ehre gebührt!

Eigentlich steht beim Wettbewerb „unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ das Engagement von Bürgern für Bürgern im Vordergrund. Eigentlich. Die Preisverleihung auf Bezirksebene jedoch war das große Schulterklopfen für Politiker auf Kommunal, Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Das fing beim Begrüßungsmarathon an, setzte sich in so manchem Grußwort fort und gipfelte in den Vorstellungen der Medaillenträger. Beispiel Oberleiterbach. Hier wurde durch die Dorferneuerung viel verbessert – im Zusammenspiel der Bürger mit der Gemeinde. Ungleich höhere Millionenbeträge wurden dank bürgerschaftlichem Engagement investiert, vor allem für das herausragende Leuchtturmprojekt Dorfheizung. Weitere vielbeachtete Vorzeigeprojekte entstanden im Rahmen des Dorfwettbewerbs. Namentlich erwähnt aber wurden beim Ehrungsabend ausschließlich die Kommunalpolitiker, die drei Bürgermeister, nicht aber das so aufopferungsvoll engagierte Team unter Federführung des Gartenbauvereins um Harald Hümmer und Angela Hennemann. Ein Tiefschlag für alle, die sich so leidenschaftlich eingebracht hatten, die durch ihre Eigeninitiative die Goldmedaille erreicht hatten. Es herrschte große Ernüchterung und Enttäuschung, weil die Lorbeeren nicht die einheimsten, die sie verdienten. Dass es auch anders geht, bewies die Ehrung von Silbermedaillendorf Kümmel. Da trat Ebensfelds Bürgermeister Bernhard Storath ins zweite Glied und ließ den Machern um Elvira Hornung den Vortritt. Ließ sie hochleben und jubeln an ihrem Ehrentag. Weil sie es sich verdient hatten.   Markus Drossel


Gold bei der "Olympiade der Dörfer" geholt

Bioenergiedorf Oberleiterbach wurde in Kulmbach auf Oberfrankenebene ausgezeichnet

26.11.17 OBERLEITERBACH/KÜMMEL „Der Wettbewerb ,Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ ist so etwas wie die Olympiade der Dörfer“, stellte Nikolai Kendzia stellvertretend für die Juroren auf Bezirksebene heraus. „Bei diesem fairen Wettkampf gibt es nur Gewinner.“ Vor allem aber gab es bei der oberfränkischen Preisverleihung viele strahlende Gesichter. Bei der Abschlussfeier in der Dr.-Stammberger-Halle in Kulmbach hatten auch die Vertreter zweier Dörfer allen Grund zur Freude, die jeweils 55 Kilometer angereist waren, sonst aber nicht einmal vier Kilometer auseinander liegen: Für Oberleiterbach (Markt Zapfendorf) gab es die Goldmedaille, für Kümmel (Markt Ebensfeld) die Silberplakette – und einen Sonderpreis.

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„,Wo Zukunft schon heute ist‘ – so lebt man in Oberleiterbach“, stellte Laudatorin Christine Bender vom Gartenbauzentrum Bayern Nord den rund 500 Gästen das Golddorf vor. „Das Bioenergiedorf versorgt mehr als die Hälfte der Haushalte über das eigene Nahwärmenetz mit erneuerbaren Energien und hat mit enormer Eigeninitiative dafür gesorgt, dass sich der Ort in der Dorferneuerung grundlegend weiterentwickelt hat.“ Auch der Blick in die Vergangenheit sei ganz modern digital. „Auf dem Rundgang durch das Dorf informieren QR-Codes über die Geschichte der wichtigsten Gebäude, Plätze und Persönlichkeiten.“

„Äußerst engagierte Dorfgemeinschaft“

Straßen und Plätze sind neu gestaltet, und mit großem Bewusstsein für die historische Bausubstanz hätten die Lätterbocher Häuser und Höfe dorfgerecht saniert. „Die äußerst engagierte Dorfgemeinschaft lebt sichtlich gerne in und mit ihren bemerkenswerten Baudenkmälern.“ Allgegenwärtig und selbstverständlich sei Eigenleistung, unter anderem bei der Spielplatzneugestaltung, aber auch bei Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus. Darüber hinaus sorge der Gartenbauverein „aus Liebe zum Grün“ immer wieder für kreative und ökologische Lösungen, die der Gartenkultur in Dorf und Landschaft eine regionaltypische Prägung geben. „Die Kommission war beindruckt vom Engagement der Dorfgemeinschaft, die gemeinsam den Weg für eine lebenswerte Zukunft ebnet“, so die Laudatorin. „Dazu können wie Sie nur beglückwünschen.“

Im Rahmenprogramm hatten die Kleinsten aus Oberleiterbach ihren großen Auftritt: Als der Kinderchor auftrat und aus dem Lied „Wohlauf, die Luft“ vom Einsiedelmann Ivo auf dem Staffelberg sang und auch noch Lätterbochs berühmter Sohn selbst erschien, zückten die Ehrengäste ihre Mobiltelefone und filmten mit. Und Landrat Johann Kalb verkündete seinen Tischnachbarn stolz, dass diese entzückende Darbietung aus seinem Landkreis Bamberg stamme. Noch etwas zeichnete die Oberleiterbacher an diesem Nachmittag aus: Die rund 80-köpfige Delegation war mit Abstand die lautstärkste in der Dr.-Stammberger-Halle.

Silber für Kümmel

26 der 39 Kümmeler waren mit einem Bus nach Kulmbach gekommen, um sich gemeinsam feiern zu lassen und die Silbermedaille in Empfang zu nehmen. Christine Bender lobte stellvertretend für ihre Jurykollegen „das unübertreffliche Wir-Gefühl“ im kleinen Ort mit seiner verträumten Lage. „Kümmel ist ein kuscheliges Nest – im positiven Sinn, denn der beschauliche Wohnort birgt viele Schätze, die das Leben dort zu einem Paradies mit Selbstversorgerqualitäten machen.“ Hier werde die historische Ortsstruktur mit zeitgemäßen Elementen weiterentwickelt, ortstypische Materialien und Fachwerk an den denkmalgeschützten Anwesen sorgten dafür, dass das unverwechselbare Gesicht des Dorfes erhalten bleibe. „Kümmel zeigt, dass die abgeschiedene Lage inmitten artenreicher Wälder und Wiesen und umsäumt von Bäumen und Gärten kein Nachteil sein muss Es hat gezeigt, dass die aktive Dorfgemeinschaft sich seiner Potenziale bewusst ist und die Zukunft zu nutzen weiß.“

Auch der Sonderpreis des Bezirksverbands Oberfranken für Gartenbau- und Landespflege ging an den 39-Einwohner-Ort Kümmel. Ausgezeichnet wurde damit der Erhalt der Streuobstwiesen. „Das kleine Dorf hat sich seine Ursprünglichkeit bewahrt. Überall ist die große Wertschätzung für heimisches Obst zu spüren“, stellten die Gudrun Brendel-Fischer und Günter Reif, die beiden Bezirksvorsitzenden, heraus. „Im Rahmen des Biodiversitätsprojekts ,Obstsortenvielfalt in Oberfranken‘ wurden in Kümmel seltene Äpfel- und Birnensorten gefunden, darunter auch mehrere Bäume der Lokalsorte ,Staffelsteiner Beckenbirne‘, die vor der Kartierung noch als verschollen galt.“ Damit hätten die Bürger ein kostbares Erbe übernommen, das durch die Pflege des Altbestands und Verjüngungsmaßnahmen für nachfolgende Generationen bewahrt werden müsse.

„Sind stolz auf unsere Dörfer“

Insgesamt wurden in der Bierstadt 14 Orte aus dem ganzen Regierungsbezirk mit Medaillen bedacht. Von den Grußwort- und Festrednern gab viel Lob. So sprach Hans-Peter Friedrich, der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, vom unglaublichen Willen der dörflichen Gemeinschaften, etwas bewegen zu wollen, was auch zu einer Renaissance des ländlichen Raums geführt habe. „Die Menschen besinnen sich wieder auf die Heimat“, stellte er stolz heraus. „Und es hat sich das Bewusstsein in den dörflichen Gemeinschaften herausgebildet, dass das jeweilige Dorf eben so schön ist, wie man ihn selbst gestaltet. Wir sind sehr stolz auf unsere Dörfer in Oberfranken!“ Kulmbachs Landrat Klaus-Peter Söllner würdigte die Vertreter der Bronze-, Silber- und Golddörfer als Leistungsträger, die nicht nur ihre Orte nach vorne gebracht, sondern auch geholfen hätten, das Oberfranken noch ein Stück schöner geworden ist. „Oberfranken hat mit Abstand die meisten Teilnehmer am Dorfwettbewerb“, stellte er heraus. „Und so können wir einmal mehr sagen, dass Oberfranken spitze ist und es sich lohnt, hier zu leben.“

„Ich zolle ihnen meinen Respekt und meine Hochachtung vor ihrem Engagement, ihrem Durchhaltevermögen, ihrem Wissen und ihrem Können“, richtete sich Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz an die Abordnungen aus den Siegerdörfern. „Die Preisträger stehen für vorbildliche und zukunftsfähige Lösungen.“ Die Eigeninitiativen, die durch den Wettbewerb entstehen, seien „Jungbrunnen für die Orte“ und brächten Prozesse in Gang, an dessen Ende die Neugestaltung des Dorfes und eine lebendige Dorfgemeinschaft stünden. „Zukunftsfähigkeit und Lebendigkeit hängen maßgeblich davon ab, dass es die Dorfgemeinschaft selbst in die Hand nimmt und offen ist gegenüber neuer Ideen.“ Das alles müsse im Zusammenspiel mit den Kommunen und Landkreisen geschehen.                   

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In Lätterboch Ideen für Powiat Hajnowski gesammelt

Delegation aus dem Osten Polens informiert sich über Bioenergiedorf und Nahwärmenetz

17.11.17 Polen erzeugt rund 85 Prozent des Stroms durch die Verbrennung von klimaschädlicher Kohle. Geht es nach der „Prawo i Sprawiedliwość“-Regierung (PiS), sollte das auch tunlichst so bleiben. Doch der Powiat Hajnowski, der Kreis um die 22000-Einwohner-Stadt Hajnówka ganz im Osten von der Republik, stemmt sich dagegen. Das Ziel: ein Energie-, Klimaschutz- und Luftreinhaltekonzept mit Biogas, Wind und Sonne. Und dafür informierte sich jüngst eine stattliche Delegation an Zukunftsmanagern um die stellvertretende Landrätin Jadwiga Dąbrowska über Vorzeigeprojekte im Nachbarland Deutschland – wie das preisgekrönte Nahwärmenetz im 279-Seelen-Dorf Oberleiterbach.

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Eingeladen hatte die Visionäre aus dem Anrainer im Osten die heimische „EVF – Energievision Franken GmbH“. In Workshops wurden Strategien für die Potenzialermittlung für erneuerbare Energien-Projekte entwickelt. Außerdem wurden auch zahlreiche erfolgreiche und vorbildlich umgesetzte erneuerbare Energien-Projekte in der Umgebung Bambergs besichtigt. So eben auch das erste und einzige Bioenergiedorf des Landkreises, das zudem mit dem Bürgerenergiepreis ausgezeichnet wurde.

Die „Väter“ des Erfolgs in Oberleiterbach sind die Entwickler und Gründer der Energiegenossenschaft Oberleiterbach (EGO). Sie stellten im Jahr 2009 die Weichen für das 2500 Meter lange Nahwärmenetz, das im Zuge der Dorferneuerung verlegt werden konnte. Wie EGO-Vorstandsmitglied Reiner Zapf-Willmer den polnischen Gästen erläuterte, liefere den Großteil der benötigten 850000 Kilowattstunden Wärme der Anschlussnehmer die Biogasanlage am Ortsrand in Richtung Kleukheim, die mit nachwachsenden Rohstoffen und Gülle „gefüttert“ werde. Von 105 Haushalten werden 55 Prozent von der EGO beliefert.

Für Spitzenlasten im Winter oder als Schutz gegen Ausfälle wurde eine Hackschnitzel- und Pellets-Heizanlage im Ort errichtet. Die EGO sei eine bürgerschaftlich getragenen Genossenschaft, so Zapf-Willmer: Jeder Anschlussnehmer sei auch Genosse und damit Betreiber des Nahwärmenetzes. Neben dem guten Gefühl, den Ölmultis ein Schnippchen schlagen und die Umwelt nachhaltig schonen zu können, sei auch der Preis wichtig.

„Derzeit findet in Bonn die Weltklimakonferenz statt. Ziel ist es, die Treibhausgase weltweit zu reduzieren. Das haben wir in Oberleiterbach schon selbst gemacht“, sagte EGO-Vorstandsmitglied Reiner Zapf-Willmer mit Stolz. „Mit einem geschlossenen Kreislauf der Rohstoffe vor Ort und der Einsparung von fossiler Energie von zirka 70000 Litern Heizöl sowie 10000 Kilogramm Erdgas pro Jahr leistet unser Nahwärmenetz einen Beitrag, um die Ziele des Klimaschutzes zu erreichen.“ Stolz sie man auch auf die regionale Wertschöpfungskette: Keiner der nachwachsenden Rohstoffe werde weiter als 15 bis 20 Kilometer transportiert. „Wir alle in Deutschland könnten noch viel mehr mit Hackschnitzeln machen, ohne den Wald zu schädigen“, verwies er auf eine Studie der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, einem Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. „Es ist das größte ungenutzte Potenzial an regenerativen Energien.“ Damit sprach er den Gästen aus dem polnischen Powiat Hajnowski aus dem Seele: Dort, inmitten eines idyllischen Nationalparks, ist der Rohstoff Holz allgegenwärtig. Und der Naturschutz ein Herzenswunsch.

Zapf-Willmer informierte, dass es neben Biogasanlage, Hackschnitzelheizung und Nahwärmenetz in der Oberleiterbacher Flur auch eine Photovoltaikanlage mit rund 3000 Kilowatt Leistung gebe.  Biogasanlage, PV-Freifläche und private Hausdächer zusammengerechnet, werde in der Gemarkung Oberleiterbach das Fünffache an Strom erzeugt (stolze 5000000 Kilowattstunden), als der Ort selbst verbraucht.

Die Besucher aus Hajnówka waren begeistert von der Tatkraft der Bürger Oberleiterbachs. Dank der Fülle an Informationen und Eindrücken hatte sich die knapp 1000 Kilometer weite Reise von der polnischen Grenze zu Weißrussland bis ins bis dato ungekannte Oberfranken absolut gelohnt. Exkursionsleiterin und stellvertretende Landrätin Jadwiga Dąbrowska bedankte sich mit einem Fotobuch aus ihrer Heimat für die wertvollen Einblicke. Und für die Lätterbocher Energiegenossen stehen schon bald die nächsten Führungen ins Haus: Mehrmals im Jahr kommen Delegationen aus der Volksrepublik China nach Oberleiterbach, um sich Ideen und Anregungen zu hören. Auch Entscheidungsträger aus Angola ließen sich schon von dem Vorzeigeprojekt aus Biogas- und Hackschnitzel-/Pelletsnutzung begeistern. Und heimische Denker wie aus der Energieregion Fränkische Schweiz haben sich auch für die nächsten Tage angekündigt.

Weitere Informationen rund um das Bioenergiedorf Oberleiterbach und die vielfältigen Aktivitäten gibt es auch im Internet unter www.oberleiterbach.de.

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Reiner Zapf-Willmer von der Energiegenossenschaft Oberleiterbach gibt den Gästen aus Polen Einblicke in die Funktionsweise des innovativen Nahwärmenetzes. Foto: Energievision Franken
Die Biogasanlage ist ein wichtiger Bausteine der Dorfheizung. Sie liefert aber nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Foto: Energievision Franken

Gartler sorgen für Geschmackserlebnisse

Herbstfest im Gemeinschaftshaus ein voller Erfolg

16.11.17 Gleich mehrere Fassbiere beliebter heimischer Brauereien, erlesene Weine, eine exquisite Auswahl lukullischer Leckereien – und ganz viel Wir-Gefühl: Das Herbstfest des Gartenbauvereins im großen, stilecht saisonal dekorierten Saal des Gemeinschaftshauses war so recht nach dem Geschmack der Lätterbocher. Kein Wunder also, dass nicht nur zahlreiche Gäste kamen, sondern nicht wenige von ihnen „Sitzfleisch“ bis in die frühen Morgenstunden bewiesen.

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Das Herbstfest war dabei ein echtes Familienfest: Die zahlreichen Kinder hatten ebenso ihren Spaß wie die erwachsenen Pendants. Und sie alle ließen es sich gut gehen: Auf der Speisekarte standen Schmankerln wie Ossobuco mit Kartoffelgratin oder auch Portwein-Pfaumen-Lende. Das Küchenteam des Gartenbauvereins verstand es, seine Besucher  auf eine erstklassige kulinarische Reise zu schicken. Vorsitzender Harald Hümmer konnte äußerst zufrieden sein, in allen Belangen. Zumal der Gartenbauverein alles richtig gemacht hatte: Das Herbstfest ist die gekonnte Weiterentwicklung des Weinfests der Vorjahre – und diesmal kamen Gambrinusjünger ebenso auf ihre Kosten wie Freunde des Rebensafts. Obendrauf und ganz gratis gab es die berühmte Lätterbocher Gemütlichkeit und Gastfreundschaft. Und nicht wenige Gäste gaben den Gartlern noch an diesem Abend mit auf den Weg, dass es im nächsten Jahr doch tunlichst eine Wiederauflage geben müsse.    

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Auch die Gaudi kam beim Herbstfest des Gartenbauvereins nicht zu kurz. Fotos: Andrea und Harald Hümmer

Trotz Regen leuchtende Kinderaugen beim Martinsumzug

11.11.2017 „Ich geh‘ mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten da leuchten wir“: Voller Inbrunst singen die Kinder das bekannte Sankt-Martins-Lied. Schwer zu sagen, wer an diesem Abend mehr leuchtet: Sind es die bunten Lampions in allen Farben und Formen, die die Kinder vor sich her tragen, oder sind es doch die Kinderaugen, weil ihnen der Martinsumzug durch Oberleiterbach so viel Spaß bereitet?

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Vor dem Umzug findet in der themenbezogen dekorierten Kirche „Sankt Laurentius“ eine kurze Andacht statt, bei der Alexander und Linus die Legende des Heiligen Martin nachspielen, der selbstlos einem im Schnee frierenden im Schnee die Hälfte seines Mantels überlässt. Auch einige Fürbitten gibt es, die natürlich von den Kindern vorgetragen werden. Zudem wird schon hier kräftig gesungen.

Dann endlich geht es los: Die Kinder sammeln sich vor der Kirchenmauer und ziehen laut singend durch das Dorf. Das lockt auch den ein oder anderen Zuschauer aus der warmen Stube ins Freie: Trotz des Regens will man den bunten Lichterzug nicht verpassen. Regenschirme hin oder her: Die Kinder riesige Freude am Umzug zu Ehren des selbstlosen Heiligen. Über Laurentiusring und Reuthloser Straße geht es in den Eichenweg zum Feuerwehrhaus, wo auf die Kinder bereits je ein paar Wiener als Belohnung warten. Zum Wärmen gibt es Kinderpunsch, auch sonst ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Organisiert haben die beliebte Martinsfeier einmal mehr Angela Hennemann und Sonja Göbel. Im Feuerwehrhaus werden sie von Regina Stöhr und Andrea Hümmer unterstützt. Und die Feuerwehr darf auch nicht fehlen: Sie stellt nicht nur ihr Domizil zur Verfügung, sondern sorgt mit Frank und Michael Hennemann auch für die Sicherheit der Teilnehmer.                    

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Gemeinschaftsgeist Garant für gelungenes Jubiläumsjahr

Kirchenstiftung blickt auf „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“ zurück – Viele Höhepunkte

10.11.2017   „Das geht nur in Öberlädderboch so. Darum werden wir von vielen Dörfern beneidet.“ Kirchenpfleger Ludwig Hennemann ist stolz auf das, was in 2017 geleistet wurde. Das Jubiläumsjahr „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“ war ebenso kurzweilig wie arbeitsintensiv – und es hat, dank eines Musterbeispiels an dörflichem Zusammenhalt – dem Ort viel Anerkennung und große Aufmerksamkeit beschert. Auch Pfarrer Kurian Chackupurackal findet bei der Rückschau im Gemeindehaus ausführliche Lobesworte.

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Bereits im Jahr 2012 habe man sich, so Hennemann, erste Gedanken gemacht, wie man das Gotteshaus im Ortskern zu seinem Ehrentag auf Hochglanz bringen könnte. Außerdem wurden erste Kontakte zu Erzbischof Dr. Ludwig Schick geknüpft, in der Hoffnung, er würde Oberleiterbach mit einem Festgottesdienst die Ehre erweisen. Im April 2016 waren die Pläne der Renovierung dann so weit gereift, dass sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnten. „Der Zuspruch zum ersten Info-Abend war groß, wir erfuhren sehr viel Unterstützung, uns wurde immer wieder Mut gemacht.“ Letztlich wurde die Mammutaufgabe, die ein Dreivierteljahr in Anspruch nahm, mit Bravour gemeistert. „In dieser Zeit hatte ,Sankt Laurentius‘ wenig mit einer Kirche zu tun“, sagte Hennemann und zeigte zahlreiche Bilder von der Baustelle. Die Oberleiterbacher leisteten selbst 416 Stunden zu Gottes Lohn.

Noch ehe das „Geburtstagskind“ bereit war, begann das Jubiläumsjahr. Seit der Osterandacht im März machte die schmucke Jubiläumskerze die Runde durchs Dorf, wurde von Haushalt zu Haushalt weitergereicht. Ende April besuchte dann Erzbischof Dr. Ludwig Schick zum ersten Mal das Dorf, um Altar und Ambo zu weihen. Den hölzernen Entwurf für den steinernen Gabentisch hatte dabei der Oberleiterbacher Stephan Metzner designt, zur Begeisterung der Verantwortlichen. Für Kirchenpfleger Ludwig Hennemann war die Altarweihe ein besonders berührendes Ereignis – und ebenso für viele, die daran teilnahmen. Alles in allem so hatte das Jubiläumsjahr viele Glanzpunkte, von Vorträgen und einer vielbesuchten CHW-Exkursion bis hin zur Segnung einer Flurmarter, einem berührenden Familiengottesdienst und der einprägsamen Hubertusmesse. Der Erlös vieler Veranstaltungen war für die Deckung der Renovierungskosten bestimmt. „Höhepunkt und ein wunderbares Fest war der Kirchweihsonntag mit ergreifendem Pontifikalamt, dem Festzug durch den geschmückten Ort und der Feier im Zelt am Gemeinschaftshaus“, so Hennemann. Ein weiteres Mal war Erzbischof Dr. Ludwig Schick Ehrengast.

Der Kirchenpfleger zeigte den Zuhörern im Gemeinschaftshaus per Beamer in einem kurzweiligen, zweistündigen Vortrag zahlreiche Fotos und auch einige Videosequenzen. So wurde Manchem erst richtig deutlich, wie viel geleistet wurde. „Vielen Dank an die vielen Helfer, ohne die das Jubiläumsjahr nicht denkbar gewesen wäre“, betonte Ludwig Hennemann. Pfarrer Kurian Chackupurackal konnte sich da nur anschließen. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, allen voran „Jubiläumsmanager“ Ludwig Hennemann. Dank einer hervorragenden Öffentlichkeitsarbeit habe Oberleiterbach sich hervorragend präsentiert. Außerdem habe das Jubiläumsjahr dem Glauben an sich einen Schub gegeben – und den gelte es in den kommenden Jahren zu erhalten.

Sich auf Erreichtem auszuruhen, ist in Oberleiterbach nicht üblich. Und so werden nach erfolgter Innensanierung derzeit die Außenanlagen im Kirchhof rund um „Sankt Laurentius“ umgestaltet. „Bisher wurden bereits 820 ehrenamtliche Stunden erbracht, doch wir sind noch nicht ganz fertig“, erläuterte Ludwig Hennemann. „Ich gehe davon aus, dass es über 1000 Stunden werden.“ Zu Gottes Lohn – eine Selbstverständlichkeit.                                                                

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Nicht nur beim Familiengottesdienst: Da Groß und Klein mithalfen, wurde das Jubiläumsjahr „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“ zu einem großen Erfolg.     Foto: Ludwig Hennemann

Mit Satellit und Spürsinn auf Zeitreise begeben

Silvia und Christoph Schade haben einen Multi-Cache auf Grundlage des Historischen Dorfrundgangs eingerichtet

09.11.17 „Ein wirklich pittoresker Ort, den wir heute entdecken durften!“ Geocacher „keramix“ hat schon 812 Orte gefunden, nun hat er einen besonderen für sich entdeckt. „Da es wirklich Spaß macht, sich die schönen Häuser anzusehen, haben wir uns etwas mehr Zeit für die Runde genommen.“ Dank Silvia und Christoph Schade, selbst begeisterte „GPS-Schnitzeljäger“, gibt es im Bundesgolddorf von 1977 nun eine ganz besondere neue Attraktion: einen so genannten Multi-Cache, eine digitale Schatzsuche über mehrere Stationen, die auf dem bayernweit einzigartigen Historischen Dorfrundgang mit QR-Code fußt.

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Wenn die beiden Pödeldorfer neuerdings grübelnde Einzelpersonen oder ganze Grüppchen mit Navigationssatellitensystem und einem „Fragezeichen“ im Gesicht durch Oberleiterbach laufen sehen, müssen sie schmunzeln. Schon als sie sich selbst vor rund sieben Jahren mit dem „Geocache-Virus“ ansteckten, wollten sie unbedingt irgendwann einmal einen „Schatz“, neudeutsch „Cache“ in diesem Dörfchen deponieren. „Wir haben immer wieder überlegt, aber nie einen passenden Ort für unser Zieldöschen gefunden“, erklärt Silvia Schade, die in Lätterboch aufgewachsen ist. „Als dann der Historische Dorfrundgang entstand, reifte bei uns die Idee, auf dessen Grundlage einen Multi-Cache einzurichten.“ Bei den Machern des Dorfrundgangs, Philipp Kunzelmann und Markus Drossel, rannten die Beiden damit offene Türen ein.

Der Oberleiterbacher Geocaching-Weg ist erst knapp vier Wochen online, und dennoch haben sich schon etliche auf digitale Schatzsuche begeben. „Start bei N 50.01.889 E 010.58.462“, sagt Christoph Schade. Einfacher ausgedrückt: „Los geht es beim Gemeinschaftshaus im Eichenweg, dort kann man gut parken.“ 13 Stationen wollen gemeistert sein. „An jeder Station gibt es eine Rätselfrage zu beantworten, durch die  man die nächsten Koordinaten erfährt“, so der 33-Jährige. Dabei muss man weder promovierter Naturwissenschaftler noch Mathematik-Professor sein, sondern einfach ein wenig Neugierde mitbringen. Und es empfiehlt sich, die Fragen, die auf www.geocaching.com (die Registrierung und Nutzung ist kostenfrei) hinterlegt sind, als Ausdruck mitzubringen. Gut eine Stunde dauert der Spaß. Wo am Ende die Belohnung wartet, wird selbstverständlich nicht verraten.

Die Kritiken, die die Geocacher auf dem Portal hinterlassen, sind höchst positiv.  „Dieser Multi hat mir besonders gut gefallen!“, schreibt beispielsweise „Der Mainecker“. „Wir genossen den Anblick dieser liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser. Man hat den Eindruck, dass hier alle im Dorf große Freude daran hatten, ihren Heimatort mitzugestalten“, fügen die vielgereisten Geocacher „die Sch'tis“ aus Coburg/Jena an. Das „Roadrunner-Team“ gerät sogar regelrecht ins Schwärmen: „Und kaum hält man an und macht sich die Mühe, das entzückende Städtchen zu durchwandern, schon stellt sich heraus, dass es sich wirklich allerliebst präsentiert.“ Ja, und selbst ausländische Geocacher haben den „Multi“ schon gelöst.

Als erstes meisterten „GPS-Schnitzeljäger“ aus dem Raum Saalfeld die Aufgaben in Oberleiterbach. Was die Macher Silvia und Christoph Schade besonders freut: Sie erhielten bereits zwei Favoritenpunkte von den Nutzern. Das kommt einer Adelung gleich. Und es wurden auch schon einige der begehrten „Coins“ hinterlegt.

Nach erfolgreicher digitaler Schatzsuche wartet der „Cache“, also das Döschen mit Logbuch und Tauschgegenstand. Christoph Schade blättert durch das Büchlein und liest die lobenden Worte, die hier bereits hinterlassen wurden. „Das ist toll, das geht ‘runter wie Öl“, meint er und strahlt. Bewusst haben sie den Multi-Cache durch Oberleiterbach nicht zu anspruchsvoll gehalten: „Wir bieten Geocaching für die ganze Familie an. Die Fragen und auch die rund 1,25 Kilometer lange Wegstrecke sind so angelegt, dass hoffentlich jede Altersgruppe ihren Spaß hat“, merkt seine 31-jährige Frau an. Und wer seinen Blick nicht nur stur auf GPS-Gerät oder Handy richtet, entdeckt Dreiseithöfe wie aus dem Bilderbuch, wird vom „beleidigten Nepomuk“ gegrüßt, erfährt vom Leben des berühmten Einsiedlers Ivo Hennemann, wo die Michelsbergischen Klosterhöfe standen und auch, warum die „Neue Schule“ schon über 100 Jahre auf dem steinernen Buckel hat. Kurz: Die modernen Schatzsucher tauchen tief in die jahrhundertealte Geschichte Lätterbochs ein. „Dieser Geocache lässt sich auch prima mit einem Sonntagspaziergang verbinden“, meint Silvia Schade. Einen Sonntagspaziergang durch eines der schönsten Dörfer Oberfrankens, das in diesem Jahr im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft. Unser Dorf soll schöner werden“ im Landesentscheid die Fahne des Bezirks hochhalten wird.

Silvia und Christoph Schade haben selbst mittlerweile 360 Geocaches gefunden. „Founds“ nennt das der Fachmann. Sie kamen so in Orte und Gegenden, die sie sonst vielleicht nicht besucht hätten. Ähnlich ist es mit dem „Multi-Cache“ in Oberleiterbach, wie die die Beiträge auf dem Portal belegen. „Ohne Geocaching wären wir sicher nicht hierhergekommen", meint „Sandra1808“ aus Gera und dankt den beiden Fährtenlegern aus Pödeldorf. Da lächeln die beiden: Ziel erreicht.

 

 

Stichwort „Geocaching“

Geocaching, auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art Schatzsuche. Die Verstecke („Geocaches“, auch kurz „Caches“ genannt) werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und können anschließend mithilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Mit genauen Landkarten ist die Suche alternativ auch ohne GPS-Empfänger oder GPS-fähigem Smartphone möglich.

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Sherlock Holmes lässt grüßen: Wer die Rätselfragen richtig beantwortet, kommt am Ende beim gut versteckten „Schatz“ an.
Weil es Spaß macht: Im Logbuch wie auch im Internetportal finden sich bereits etliche nette Dankesworte.

Weidmannsklänge schallen in die Nacht hinaus

Hubertusmesse mit den Bamberger Jagdhornbläsern vor großem Publikum ein überwältigender Erfolg

28.10.17  Als die Bamberger Jagdhornbläser das wohlbekannte Instrumental „Der Jäger aus Kurpfalz“ Laurentiusring und Kleukheimer Straße hinunterschallen lassen, sind die Hunderte Zuhörer plötzlich ganz still. Im Halbkreis aufreiht, lauschen sie andächtig dem besonderen Klangerlebnis. Die Klangfülle ist ergreifend, der Schein der im leichten Wind flackernden Fackeln gibt der abendlichen Freiluftdarbietung unterhalb der Sankt-Laurentius-Kirche den besonderen Reiz. Eine Gedenkfeier zu Ehren des heiligen Hubertus hatte es im Markt Zapfendorf noch nie gegeben. Die Premiere ist eindrucksvoll.

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Die örtlichen Jagdgenossen um Vorsitzenden Manfred Dümig und Jagdpächter Bernd Rübensaal hatten die Kirche mottogerecht mit Waldutensilien wie buntes Herbstlaub und präparierten Tieren wie Fuchs, Fasan, Waldohreule und Eichelhäher dekoriert. Glanzpunkt ist ein Geweih, zwischen dem ein leuchtendes Kreuz prangt. Es erinnert an die Legende des heiligen Bischofs von Lüttich, an seine Bekehrung zum Glauben. „Sieht sehr schön aus, oder?“, fragt Pfarrer Kurian Chackupurackal und strahlte in die Runde. Es ist die erste Hubertusmesse in seinen 25 Jahren Priestersein – und sie beeindruckt ihn nachhaltig.

„Wir haben bis vor zwei Stunden gar nicht gewusst, was auf uns zukommen würde“, sagt Manfred Dümig hinter vorgehaltener Hand. Er hatte natürlich gehofft, dass die Benefizveranstaltung zugunsten der Kirchenrenovierung gut angenommen würde. Nun aber drängen sich Hunderte in Sitzreihen, Gängen und auf der Orgelempore. Zusammenrücken ist angesagt. Ein überwältigender Erfolg.

Dass die bekannten Bamberger Jagdhornbläser um Hornmeister Johannes Trunk, im „normalen“ Leben als Trompeter Teil der Bamberger Symphoniker, für Musikerlebnis auf allerhöchstem Niveau garantieren, hat sich herumgesprochen. Die gespannten Gäste wurden nicht enttäuscht. Zu Ehren des Patrons der Jäger und Forstleute erleben sie ein tolles Konzert mit Jagdhörnern, Parforcehörnern und Fürst-Bless-Hörnern. Mal schmettern die Weidmänner, um das Taufbecken aufgereiht, jubilierende Klänge zum Gotteslob, mal lassen sie die Gläubigen in balladesken Harmonien schwelgen. Die Johann-Wolf-Orgel spielt an diesem Abend in „Sankt Laurentius“ nur eine Nebenrolle. Und das ist gut so. Nur einmal ist das Kircheninstrument an diesem Abend ebenbürtig. Zur Kommunion steigt Hornmeister Johannes Trunk hoch auf die Orgelempore, spielt im Duett mit Organistin Judith Hirschberg auf dem Flügelhorn die Waldandacht von Franz Abt. Es ist das „i-Tüpfelchen“ auf einer brillant vorgetragenen Hubertusmesse.

„Wir sollten alle dankbar sein für Gottes Schöpfung und dürfen nie vergessen, dass wir Menschen eine besondere Verantwortung dafür haben“, stellt Pfarrer Kurian Chackupurackal in seiner Predigt heraus. „So wie auch Hubertus von Lüttich nach der Begegnung mit dem prächtigen Hirsch im Wald zum Heger und Behüter der Natur wurde.“ Das Jägersein sei mehr als das begeisterte Nachgehen eines Hobbys, es funktioniere nur im Einklang mit der Natur. Nur durch die Bewahrung der Schöpfung so könne der Mensch sein Leben sinnerfüllt führen.

Auf den Stufen vor „Sankt Laurentius“ folgt nach dem Gottesdienst das ergreifende, für manchen etwas zu kurze, weil so unglaublich schöne Platzkonzert. Die Freiwillige Feuerwehr hat die Hauptdurchgangsstraßen in diesem Bereich gesperrt, um genügend Platz für die große Schar an Interessenten zu haben. Im Fackelschein geht es sodann, vorbei an prächtigen Fachwerkbauten, durch den Ort zum Gemeinschaftshaus. Erneut zücken die Bläser ihre Hörner, spielen einige Stücke und blasen später zum Essen. Denn für lukullische Leckereien auf Weidmanns Art war bestens gesorgt: Jagdpächter Bernd Rübensaal hat eigens für diesen Anlass zwei Wildscheine erlegt, die es nun zu genießen gilt. Und weil die Zahl der Feinschmecker so groß ist und großer Saal und Nebenraum so nicht ausreichen, werden kurzerhand auch im Flur Bänke und Tische aufgestellt. Das stört jedoch niemanden: Alle sind froh, Teil dieses rundum gelungenen Fest sein zu dürfen.

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Premiere im Markt Zapfendorf: Die Bamberger Jagdhornbläser spielten eine Messe zu Ehren des heiligen Bischofs Hubertus von Lüttich.

Unermüdliches Werkeln für Gottes Lohn

Umfeld der Sankt-Laurentius-Kirche wird neu gestaltet – 800 Stunden im Ehrenamt

25.10.17   Monatelang wurde in der Sankt-Laurentius-Kirche gearbeitet, um dem 500 Jahre alten Sakralbau zu seinem Jubiläum ein strahlendes Antlitz zu verleihen, nun ist das Umfeld des Gotteshauses an der Reihe. Unermüdlich arbeiten Helfer für Gottes Lohn an der Fertigstellung.

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„Wir sind wirklich sehr dankbar, dass wir die vielen ehrenamtlichen Helfer haben“, sagt Kirchenpfleger Ludwig Hennemann mit Stolz. Die veranschlagten 30 000 Euro an Kosten sind für die kleine Kirchenstiftung kein Pappenstiel, zumal die aufwändige Innenrenovierung bereits 190 000 Euro kostete. Und so sind die rund 800 Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein wichtiger Faktor, um

die Kosten zu senken. „Ein einzigartiges Engagement, das wieder einmal den Zusammenhalt im Dorf unter Beweis stellt“, betont Hennemann.

Anfang November sollen die Arbeiten rund um „Sankt Laurentius“ abgeschlossen sein. „Wir haben bewusst die vielen Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs abgewartet, bis wir mit den Außenarbeiten begonnen haben“, so Hennemann.  „Allerdings mussten wir unbedingt noch heuer starten, da uns

die Feuchtigkeit rund um die Kirchenmauern Probleme macht.“ Gerade im Winter.

Und so wird, als eine der wichtigsten Maßnahmen, eine neue Drainage verlegt.

Darüber hinaus wird das Umfeld der Kirche neu gepflastert. Was die Arbeiten erschwert: Die Kirche liegt erhöht im Ortskern, der eingefriedete Kirchhof ist nur über Treppen erreichbar.

Mit dem Kran über die Kirchenmauer „So mussten wir einen Kran aufstellen, um Aushub aus dem Umfeld der Kirche heraus und beispielsweise Kies und Pflastersteine hinein zu bringen“,

erklärt der Kirchenpfleger. Bei manchen Arbeiten werden die Ehrenamtlichen von der Ebensfelder Baufirma Schmittinger unterstützt, ebenso ist die Firma Elektro Schmitt eingebunden.

Im Zuge der Neugestaltung des Kirchenumfelds werden auch Strahler installiert. „Wir haben dann künftig die Möglichkeit, unsere Sankt-Laurentius-Kirche von zwei Seiten nachts zu beleuchten“, so

Hennemann. Damit geht für so machen Lätterbocher ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

Für die Außenarbeiten wird die katholische Kirchenstiftung wohl keine Zuschüsse erhalten. Darüber hinaus sind auch bei der Innenrenovierung einige „Finanzspritzen“ kleiner ausgefallen als erwartet. So hofft die Kirchenverwaltung, über Spenden (Spendenkonto: IBAN DE54770601000102712490)

die Finanzlast etwas abfedern zu können.

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Lobpreis wird zum Gänsehauterlebnis

Benefizkonzert für und in Sankt-Laurentius-Kirche ein großer Erfolg

15.10.17   Größer hatte der Gemeinschafts-Chor aus Singkreis Schwabthal-Frauendorf, „Cäcilia“ Banzgau Unnersdorf und „Liederkranz“ Lauf nun wirklich nicht sein dürfen: Es wurde kuschelig eng im Altarraum, als die gut vier Dutzend Sängerinnen und Sänger feinsäuberlich aufgereiht zum ersten Mal die Stimmen erhoben. Unter den Augen von Petrus, Paulus und dem Kirchenpatron Sankt Laurentius gaben sie gemeinsam mit Claudia und Thomas Ries (Saxophon und Trompete) sowie Organistin Judith Hirschberg ein vielbeachtetes Benefizkonzert zu Gunsten der Renovierung der Sankt-Laurentius-Kirche.

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Kein Sitzplatz war mehr frei, als Organisatorin Judith Hirschberg an ihrem Instrument, begleitet vom Kirchengeläut, das „Alla Marcia“ des britischer Organisten und Komponisten Thomas Adams anstimmte. Es war der Auftakt für einen Abend mit Liedern voller Ehrfurcht, von tiefem Glauben, Harmonie und Dankbarkeit. Die Sänger hatten für ihre zahlreichen Zuhörer Lieder in deutscher, englischer und lateinischer Sprache ausgesucht, vom getragenen Renaissance-Stück „Ave Maria“ des franko-flämischen Kapellmeisters Jakob Arcadelt über das weltbekannte „Amazing Grace“ in einer Bearbeitung von Peter Hamburger und das klassische „Gott, dein guter Segen“ aus dem Gotteslob bis hin zu den immer wieder ergreifenden Irischen Segenswünschen.

Ein Höhepunkt war das herzerwärmende „You Raise Me Up“ des Norwegers Rolf Undsæt Løvland, dargeboten von den Blechbläsern Claudia und Thomas Ries, das so manchem Konzertbesucher eine Gänsehaut der Wonne auf den Unterarm zauberte. Und mittendrin und immer beteiligt: Judith Hirschberg. Die frühere Kleukheimerin und heutige Eggenbacherin spielte die Orgel, dirigierte den Gemeinschafts-Chor und begleitete die Blechbläser – was hieß: Von der Empore in den Altarraum, wieder zurück und wieder zurück. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen.

Die Sänger und Instrumentalisten hatten sich ausbedungen, während des Konzerts auf Zwischenapplaus zu verzichten. Umso herzlicher und länger wurde der Beifall am Ende, nur kurz unterbrochen von einem „Vergelt’s Gott!“ von Kirchenpfleger Ludwig Hennemann, der auf die umfangreiche Innen- und Außenrenovierung hinwies. Für Judith Hirschberg gab es zweimaligen Sonderapplaus und einen Blumenstrauß. Beides hatte sich redlich verdient. Danach sangen Beteiligte wie Gäste gemeinsam aus vollem Herzen „Segne, du Maria“ und gingen bester Laune nach Hause. Nicht jedoch, ohne zuvor einen Obolus für den Erhalt von Kirche und Umfeld dazulassen.

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Warum die Menschen am Wegesrand so wichtig sind

Reinhold und Monika Hanna referieren über fränkischen Jakobsweg – Das Ursprüngliche erhalten

13.10.17   Vor über zwei Jahrzehnten hat Reinhold und Monika Hanna „ein Virus“ gepackt und seither nicht mehr losgelassen: Das bekannte Münchner Autorenpaar mit fränkischen Wurzeln hat sich mit Haut und Haar dem Jakobsweg verschrieben. Unzählige Mal waren sie schon in Santiago de Compostela, immer wieder pilgern sie in ganz Europa auf dem Jakobsweg. Und auch wenn der finale Abschnitt in Spanien der Berühmteste sein mag: Der fränkische Jakobsweg, von Kronach über Lichtenfels, Bamberg und Forchheim nach Nürnberg, sei einer der schönsten. Das zeigten die Hannas im Rahmen eines Multivisionsvortrag im Gemeinschaftshaus Oberleiterbach auf.

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„Wir stammen beide aus der IT-Branche und haben irgendwann angefangen, zum Ausgleich auf dem Jakobsweg zu laufen“, erläutert die 71-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion. „Geschichte und Kultur haben mich schon immer interessiert. Und so packte uns der Jakobweg-Virus.“ So sorgten die Wahl-Münchner beispielsweise dafür, dass der Weg „vor unserer Haustüre“, also zwischen München und dem Bodensee, im Zeichen der Muschel markiert wurde. Und sie schrieben vier Bücher, die immer wieder aktualisiert werden, um Appetit auf den bekanntesten Pilgerweg Europas zu machen.

Oberleiterbach kennen Reinhold und Monika Hanna seit 2005, als sie zum ersten Mal durch den Ort am fränkischen Jakobsweg kamen und von der wuchtigen Kirche beeindruckt waren. „Das Dorf ist wunderschön“, lobten sie die Lätterbocher bei ihrem Multivisionsvortrag. Sie hatten sich sogar die Zeit genommen, um zuvor durchs das Bundesgolddorf zu schlendern und sich an den Tafeln des Historischen Dorfrundgangs über die baulichen Besonderheiten zu informieren. Selbstverständlich findet Oberleiterbach auch in ihren Büchern Berücksichtigung.

„Da mittlerweile tausende Pilger pro Tag die Wegstrecken in Spanien laufen, hat es nicht mehr den ursprünglichen Charakter“, meint Reinhold Hanna ein wenig traurig. Erst vor wenigen Tagen waren sie wieder auf der iberischen Halbinsel. Anders sei es auf dem Schweizer, dem französischen Jakobsweg oder dem in Franken: Hier schätzten die Menschen am Wegesrand die Pilger noch, plauschten mit ihnen, würden ihnen Tipps geben, böten ein Quartier an oder mal einen Kaffee zur Stärkung. „Genau das brauchen die Pilger. Hat man all das nicht, ist es bloß eine Wanderung.“ Apropos Stärkung: Sehr freuen sich die Autoren, dass es in Oberleiterbach seit einigen Monaten einen Pilgerbrunnen in der Ortsmitte gibt, Sitzgelegenheit inklusive. Und dass man sich in der tagsüber immer offenen Sankt-Laurentius-Kirche einen Kirchenstempel als Angedenken holen kann.

„Spiritualität beim Pilgern fängt von unten an“, meinte Monika Hanna in ihrem Vortrag. Durch das Laufen und die körperlichen Anstrengungen („Der am Anfang leichte Rucksack wiegt irgendwann zentnerschwer“) in Verbindung mit den Erfahrungen am Wegesrand komme man Schritt für Schritt dem Heiligen Jakobus näher, befreit von den Zwängen des Alltags und der modernen Zivilisation. Wie zum Beweis hatten sie einen Film über ihre Pilgerreise aus dem fränkischen Jakobsweg mitgebracht, der die Zuhörer regelrecht in seinen Bann zog. Darin enthalten war auch eine kurze Sequenz über Oberleiterbach – und bei den Liedern, mit denen das Video untermalt waren, sangen die Anwesenden zum Teil gleich mit. Und sie waren sich einig, dass der gastgebende Gartenbauverein das sympathische Ehepaar aus der Landesshauptstadt bald mal wieder in den „Gottesgarten am Obermain“ einladen müsse.

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Reinhold und Monika Hanna


„Historischer Dorfrundgang eine ganz großartige Sache“

Viel Lob für vielbeachtetes Projekt – Großes Interesse bei Eröffnung mit Kreisheimatpflegerin

11.09.17   Weshalb gibt es in einem kleinen Dörfchen mitten in Oberfranken gleich drei Fachwerkhäuser im alpinen Stil? Warum war der Lätterbocher Nepomuk über Jahrhunderte tief beleidigt? Und was haben Dichterfürst Joseph Victor von Scheffel und der berühmte Staffelberg-Einsiedler Ivo mit Einbruchdiebstahl zu tun? – Diesen und anderen Fragen gingen die zahlreichen Gäste bei der Eröffnung des Historischen Dorfrundgangs mit QR-Code nach. Das Historiker-Ehepaar Robert und Annette Schäfer wusste viel Interessantes und manch Kurioses zu berichten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Harald Hümmer.

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Die Eröffnungsveranstaltung am Vorabend des Tag des Offenen Denkmals war mehr als Frontalunterricht. Zu dem, was die Kreisheimatpflegerin und ihr Mann erklärten, ergänzten die Anwohner Geschichten und Erlebnisse von anno dazumal. So erfuhren die jüngeren Teilnehmer, dass es früher ganz selbstverständlich war, mit dem Vieh unter einem Dach zu leben. Dass Wohnstallhäuser und Dreiseithofe, wie es sie in Oberleiterbach noch gibt, gängige Bauformen waren. Dass die private Fotografie erst in den 1950-er-Jahren für die Bevölkerung auf dem Land erschwinglich wurde und Anfang des 20. Jahrhunderts oft Wanderfotografen für teures Geld Aufnahmen fertigten. Und auch, dass die „interessanten Fremdkörper“, eingangs erwähnte Häuser im Schweizer Stil, in der Zeit der Heimatschutzbewegung entstanden, als Gegenpol zum überbordenden Historismus.

Langsam schlängelte sich die lange Karawane historisch Interessierter aus den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels durch den 279-Einwohner-Ort. Robert und Annette Schäfer verstanden es, die Informationen mit viel Witz und Freude am Vortrag zu vermitteln. Und ab und an zu verblüffen, wie beispielsweise am Einsiedler-Ivo-Grab. „Victor von Scheffels ,Wohlauf die Luft‘ ist wohl das einzige Lied, in dem Einbruchdiebstahl verherrlicht wird“, meinte sie, grinste und zitierte aus der sechsten Strophe: „Hoiho! Die Pforten brech’ ich ein und trinke, was ich finde.“ Raunen und Schmunzeln machten sich breit.

Vom „beleidigten Brückenheiligen“ berichteten dann Harald Hümmer und Zweiter Bürgermeister Andreas Schonath: Da sich Oberend und Unterend nicht auf den Standort für den sandsteinernen Heiligen verständigen konnten, wurde er im 18. Jahrhundert kurzerhand auf dem Grundstück des Spenders aufgestellt – und blickte verdrossen in die Gegend. Erst seit wenigen Monaten steht der Brückenheilige, mittlerweile im Besitz der Marktgemeinde und sorgsam restauriert, nun an der Leiterbachbrücke – und ist damit endlich angekommen.

Im Juli reichten zweieinhalb Minuten, um die Bezirkskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft. Unser Dorf soll schöner werden“ bei ihrem Besuch zu beindrucken. Der Historische Dorfrundgang mit QR-Code, der mindestens bayernweit einzigartig sein dürfte, war ein Baustein für die Goldmedaille auf Bezirksebene. Der Spaziergang durch die Geschichte bei der offiziellen Eröffnung dauerte mehr als zwei Stunden. Erst als es dunkel wurde, fanden sich die zahlreichen Gäste wieder im Bereich des Gemeinschaftshauses ein, wo der Historische Dorfrundgang auch ganz offiziell startet. „Der Historische Dorfrundgang ist eine ganz großartige Sache“, befand Kreisheimatpflegerin Annette Schäfer. „Es ist eben nicht alles schlecht, was modern ist. Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe der Flamme.“ Durch Weitererzählen bringe man Geschichte in die  Zukunft. „Dieser Historische Dorfrundgang ist viel einfacher und praktikabler wie eine wöchentliche Führung, kann doch jeder Interessierte für sich und auf eigene Faust Wissenswertes erfahren. Die Umsetzung mit QR-Code spreche auch die jüngere Generation an.

Erster Bürgermeister Volker Dittrich sprach von innovativer Technik und einem wichtigen Baustein auf dem Weg zum Bezirksgold. Auch Harald Hümmer, der Gesamtprojektleiter „Unser Dorf hat Zukunft“ in Oberleiterbach, lobte das Projekt und die Umsetzung – und die Verantwortlichen dahinter. „Man mag es nicht sehen, doch im Historischen Dorfrundgang stecken viele Monate Arbeit, eine vierstellige Zahl an ehrenamtlichen Stunden“, führten die Hauptverantwortlichen, Philipp Kunzelmann und Markus Drossel, aus. „Er ist ein Vorzeigeprojekt, das aus der Dorfgemeinschaft entstanden ist.“

Und so hatten sie bei dieser Feierstunde einer ganzen Reihe an Mitwirkenden zu danken, allen voran Georg Amon (Datensammlung), Nikolaus Kunzelmann, Leonhard Eberth, Georg Schmuck (alle vom Team Ständerbau) sowie Käthe und Hans Kropp, Adolf Demuth und allen, die ihre Privatarchive für das Unterfangen öffneten. „Wir Macher haben durch die Arbeit am Historischen Dorfrundgang viel gelernt. Wir sichteten Bilder von Häusern, die es zum Teil nicht mehr gibt. Wir sahen Fotos von Festen, an die sich selbst die älteren Lätterbocher nur noch vage erinnern“, so Kunzelmann und Drossel. „Wir erfuhren vom Löschweiher, in dem so mancher Dorfbewohner das Schwimmen lernte. Wir hörten Geschichten von Auswanderern und tragischen Todesfällen, von beleidigten Heiligen und manch feucht-fröhlichem Erlebnis.“ Vor allem aber digitalisierten sie wertvolle Zeitdokumente und stellten sie der Öffentlichkeit zur Verfügung: an den 28 Stationen, auf den 29 Tafeln, durch das Scannen der QR-Matrix und im Internet unter www.oberleiterbach.de. „So wurde ein digitales Gedächtnis für den Ort aufgebaut – und das ist ein ganz großes Plus“, betonte Kreisheimatpflegerin Annette Schäfer.     

Infobox „Historischer Dorfrundgang“:

Länge: 1,25 Kilometer

Zeitbedarf: 60 bis 90 Minuten

Stationen: 28

Besonderheit: Verknüpfung über QR-Matrix mit Internet

Finanzierung: Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein und Markt Zapfendorf

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Feierstunde im Vorfeld des Tags des Offenen Denkmals: Zahlreiche Geschichtsfreunde nahmen am Spaziergang durch die Geschichte teil. FOTO: MARTINA DROSSEL
Monatelang arbeiteten sie am Historischen Dorfrundgang: Die Hauptverantwortlichen Philipp Kunzelmann und Markus Drossel mit Hans Kropp, Nikolaus Kunzelmann, den Referenten Annette und Robert Schäfer, Käthe Kropp, Harald Hümmer, Adolf Demuth, Georg Amon und Leonhard Eberth (v. li.) FOTO: MARTINA DROSSEL
Auf dem großen Tablet konnten die Interessenten die historisch wertvollen Bilder begutachten. FOTO: MARTINA DROSSEL

Mutiger Kirchenpatron ein Heiliger mit Vorbildfunktion

Erzbischof Ludwig Schick hält Eucharistiefeier zum Jubiläum „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“

OBERLEITERBACH   Sankt Laurentius: Der Patron, den die Ahnen vor einem halben Jahrtausend als Namensgeber für die Sankt-Laurentius-Kirche wählten, ist für Erzbischof Ludwig Schick ein Heiliger mit besonderer Vorbildfunktion. „Er liebte die Kirche, er verteidigte sie gegen den Kaiser, er gab für sie sogar sein Leben“,  würdigte er dessen Wirken. „Und er sorgte für die Armen, Kranken und alle Hilfsbedürftigen. Sie sind ein ganz besonders wichtiger Teil unserer Kirche.“ Im Gedenken an den selbstlosen Märtyrer solle die ihm gewidmete Kirche auch nach 500 Jahren weiter bestehen – zum Wohle der Einzelnen und für das Gemeinwohl der ganzen Bevölkerung.

Die Eucharistiefeier mit dem Erzbischof am Kirchweihsonntag

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 war zugleich der Höhepunkt, wenn auch nicht der Abschluss des Jubiläumsjahres „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um der „Geburtstagsfeier“ des trutzigen, zuvor aufwändig renovierten Gotteshauses mit der Welschen Haube beizuwohnen. Mit der Folge, dass der schmucke Sakralbau aus allen Nähten platzte. Die Kirchenstiftung um Kirchenpfleger Ludwig Hennemann aber hatte vorgesorgt: Wer in „Sankt Laurentius“ keinen Steh- oder Sitzplatz bekam, konnte den besonderen Gottesdienst im Außenbereich auf einem großen Flachbildfernseher mitverfolgen.

Zu den Klängen der Rother Musikanten und unter Begleitung der Fahnen von Freiwilliger Feuerwehr und Soldaten- und Kameradschaftsverein zog die Kirchenparade vom Gemeinschaftshaus noch bei Nebel durch die eine Hälfte des Ortes zur Kirche – und nach der Messe bei strahlendem Sonnenschein durch den anderen Teil zum Festzelt zurück. „Wir sind stolz auf unsere 500-jährige Kirche“, stellte Zapfendorfs Pfarrer Kurian Chackupurackal heraus. Erzbischof Ludwig Schick griff noch etwas weiter: „Wir dürfen auch stolz sein auf die Kirche, nicht nur wegen des guten Wirkens in Entwicklungsländern, sondern auch bei uns.“ Wenn ein Gotteshaus seinen 500. Geburtstag feiere, könne man stolz und müsse man dankbar sein. Und deswegen sei er gerne ein zweites Mal nach Lätterboch gekommen: „In Oberleiterbach ist es immer schön.“

Seine Exzellenz blickte zurück: Es lasse sich erahnen, was die Kirche in den 500 Jahren für die Menschen, ihre Familien, ihren Gemeinsinn und ihr Gemeinwohl bewirkt habe. „Der Glaube an den guten Gott macht die Menschen zufrieden, gibt ihnen Zuversicht und lässt sie auch in schwierigen Situationen durchhalten. Das gilt damals wie heute.“ Damals wie heute dürfe man die Kirche lieben, weil sie viel Gutes bringe, wenn sie auch nicht alles gut mache, „und das dürfen wir allen Kirchenkritikern auch mit demütigem Selbstbewusstsein entgegen halten.“

Jubiläen wie das in Oberleiterbach aber sollten keine Nostalgiefeiern sein, so Schick, sondern Feste, die Orientierung und Zuversicht geben. „Was unsere Vorfahren und uns heute bereichert, das soll auch unseren Nachfahren bewahrt bleiben.“ Deswegen sei es nun die Aufgabe der Gläubigen, die Kirche auch weiterhin zu erhalten, damit „unsere Nachfahren auch das 600-, 700-, und 1000-jährige Jubiläum feiern können – und alle weiteren Jubiläen, solange diese Erdzeit besteht. Wir brauchen die Kirche Jesu Christi und ihr Wirken bis zur Vollendung der Welt“.

Der Kirchweihsonntag war für Ersten Bürgermeister Volker Dittrich wieder einmal ein guter Beweis für den Zusammenhalt in Oberleiterbach. Ausdrücklich lobte der das Team der Freiwilligen Feuerwehr für das Ausrichten des weltlichen Teils der Kerwa und dankte den vielen engagierten Helfern. „In Oberleiterbach  gehen eben, wie im gesamten Markt Zapfendorf, kirchliche und weltliche Ereignisse Hand in Hand.“ Namens der Pfarrei Kirchschletten und auch der umliegenden Pfarreien gratulierte Siegfried Bauer der Filiale zum Jubiläum. „Das Gotteshaus wurde von euch in einen hervorragenden Zustand gebracht“, lobte er die gelungene Renovierung.

„Es ist eher selten, dass Sie, Herr Erzbischof, in einem Jahr gleich zweimal in einer so kleine Kirchengemeinde zugegen sind“, war Kirchenpfleger Ludwig Hennemann gegen Ende des Gottesdienstes sichtlich stolz. „Das wissen wir sehr zu schätzen. Und vielen Dank auch für das schöne Wetter!“ Jetzt erst registrierten die Gläubigen in der Kirche, dass das, was Erzbischof Ludwig Schick vor der Predigt scherzhaft angekündigt hatte („Ich hatte versprochen: Ich komme im September erneut. Und ich bringe schönes Wetter mit.“) eingetreten war: Nebel und Regenwolken hatten Sonnenschein und blauem Himmel Platz gemacht. Der Festzug zum Festzelt, in dem sich der Erzbischof auch in das Goldene Buch des Marktes Zapfendorf eintrug, wurde seinem Namen gerecht. Und die Rother Musikanten spielten vor ungezählten Gästen noch einige Stunden auf. Kurz vor 12 Uhr jedoch bekamen sie eine Pause verordnet: Mittags übertrug der Bayerische Rundfunk das Glockenläuten aus Oberleiterbach – und das wurde natürlich auch im Festzelt live dargeboten. Darüber hinaus nutzten viele Besucher die Gelegenheit zu einem Rundgang durch eines der schönsten Dörfer Oberfrankens.

 

Fügen Sie hier den erweiterten Text ein.
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„Jubiläen sollen keine Nostalgiefeste sein“: Erzbischof Dr. Ludwig Schick rief in „Sankt Laurentius“ dazu auf, auch weiterhin die Kirche lebendig zu halten. FOTOS: MARTINA DROSSEL
Im Gleichschritt durchs Golddorf: Im Festzug vom Gotteshaus zum Gemeinschaftshaus durften alle Gäste mitmarschieren. FOTOS: MARTINA DROSSEL
Auf Wunsch des Ersten Bürgermeisters Volker Dittrich trug sich der Ehrengast vom Domberg in das Goldene Buch des Marktes Zapfendorf ein. FOTOS: MARTINA DROSSEL

Erzbischof Ludwig Schick hält den Festgottesdienst

500 Jahre Laurentiuskirche: Bürgermeister sticht Jubiläumsbier an – „löschBAR“ und Schmankerln

Wer Erzbischof Ludwig Schick als Gast in seinem Dorf begrüßen darf, für den ist das eine ganz besondere Ehre. „Weil’s bei euch so schön ist, komme ich im September gleich noch einmal“, sagte seine Exzellenz Ende April, als er in der frisch renovierten, genau 500 Jahre alten Filialkirche „Sankt Laurentius“ Oberleiterbach den neu geschaffenen Altar weihte. Am Sonntag, 3. September, ist es nun soweit: Erzbischof Schick kommt erneut nach Lätterboch, um den Festgottesdienst zur Kirchweih zu zelebrieren.

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Das weltliche Programm, zu dem in diesem Jahr Freiwillige Feuerwehr und Kirchenverwaltung gemeinsam einladen, beginnt bereits am Freitag, 1. September: Ab 18 Uhr sorgt das Team um Vorsitzenden Philipp Kunzelmann und Kommandant Benedikt Hennemann für das leibliche Wohl der Gäste am Gemeinschaftshaus im Eichenweg. Die Spezialitäten des Tages sind die deftige Schlachtplatte und zarte Knöchla. Darüber hinaus gibt es ofenfrische Pizzen und Leckeres vom Grill.

Für das Jubiläum „500 Jahre Sankt-Laurentius-Kirche“ haben die Oberleiterbacher nicht nur ein über das ganze Jahr verteiltes Veranstaltungsprogramm auf die Beine gestellt, sondern mit dem süffigen „Lätterbocher Sankt-Laurentius-Bier“ auch ein eigenes Festbier einbrauen lassen. Natürlich kommt es, wie weitere Getränkespezialitäten der Merkendorfer Hummel-Bräu, an den Kirchweihtagen zum Ausschank. Darüber hinaus sticht Zapfendorfs Erster Bürgermeister Volker Dittrich am Festfreitag um 18 Uhr ein Fass Jubiläumsbier an.

„Happy Hour“ an beiden Tagen

Der Kerwa würde etwas fehlen, gäbe es die „löschBAR“ nicht. Doch keine Sorge: Am Freitag und Montag herrscht Barbetrieb mit Drinks, Longdrinks und guter Laune. Sparfüchsen sei die „Happy Hour“ an genannten Tagen von 20 bis 21 Uhr ans Herz gelegt.

Am Sonntag, 3. September, ist um 9.15 Uhr Kirchenparade vom Gemeinschaftshaus zur Laurentiuskirche, wo eine Viertelstunde später der Festgottesdienst mit dem Erzbischof beginnt. Danach geht es zurück in den Eichenweg und zünftig fränkisch weiter: Die Rother Musikanten spielen zum Frühschoppen auf. Außerdem heißt es Radio einschalten: Um 12 Uhr sendet der Bayerische Rundfunk das Mittagsläuten aus dem 279-Einwohner-Dorf im Markt Zapfendorf. Anschließend ist der Mittagstisch reich gedeckt. Nachmittags klingt der Kerwasonntag bei Kaffee und Kuchen aus.

Rother Musikanten spielen auf

Der Montag, 4. September, ist der Haupttag der (weltlichen) Kirchweih. Ab 16 Uhr gibt es die bekannten hausgemachten Pfannenschnitzel. Darüber hinaus empfiehlt das Küchen-Team knusprig-zarte Schäuferla und Haxen, leckeren Pizzen und fränkische Spezialitäten frisch vom Grillrost. Beim Torwandschießen könnten kleine wie etwas größere Kicker ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen, Toben und Tollen ist darüber hinaus auf der Hüpfburg möglich. Bereits erwähnte „löschBAR“ öffnet ab 20 Uhr ihre Tore.

Seit diesem Jahr ist das im Jahr 1221 erstmals erwähnte Oberleiterbach offiziell eines der schönsten Dörfer Oberfrankens: Die Bezirkskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden“ war voll des Lobes aufgrund des Engagements der Lätterbocher und ihrer vielen tollen Projekte. Wer zur Kerwa in das erste und einzige Bioenergiedorf des Landkreises kommt, sollte einen Spaziergang durch den schmucken Ort mit all seinen Baudenkmälern nicht versäumen. Um den Besuchern die Sehenswürdigkeiten des Dorfes näher zu bringen, haben die Oberleiterbacher einen Historischen Dorfrundgang mit QR-Code ins Leben gerufen, dessen Start und Ziel am Gemeinschaftshaus ist. Auf Tafeln erfahren Interessenten das Wichtige über die Bauwerke und ihre Geschichte, durch Scannen der QR-Matrix gibt es weitere Details und Fotos. Umfassende Infos über Ort und Vereinsleben bietet darüber hinaus die neu geschaffene Homepage www.oberleiterbach.de.

Selbstverständlich ist auch die barocke Sankt-Laurentius-Kirche Teil des Spaziergangs in die Geschichte. Monatelang wurde sie im Vorfeld ihres „Geburtstags“ aufwändig renoviert. Kirchenpfleger Ludwig Hennemann und Mesnerin Beate Metzner sind sehr stolz auf das Ergebnis: Die Fachfirmen aus der Region haben sehr gute Arbeit geleistet. Schon alleine deshalb empfiehlt sich ein Blick in das barocke Gotteshaus, zu dessen Füßen der berühmteste Sohn des Ortes seine letzte Ruhe fand: Einsiedler Ivo Hennemann, der dank Joseph Victor von Scheffels „Wohlauf die Luft“ deutschlandweit bekannt wurde.  Martina Drossel

Trutzig und mit welscher Haube

Über die 500 Jahre alte Sankt-Laurentius-Kirche Oberleiterbach

Als die heutige Kirche „Sankt Laurentius“ 1517 feierlich konsekriert wurde, gehörten die Oberleiterbacher Katholiken noch zur Pfarrei Ebensfeld. Als 1625 im nahen Kleukheim eine Pfarrei entstand, baten die Lätterbocher wenig später, dieser zugeteilt zu werden. 1654 erfüllte der Bamberger Bischof ihren Wunsch. Doch bereits 1698, als Kirchschletten von der Pfarrei Zapfendorf abgetrennt wurde, kamen die Oberleiterbacher zu dieser neuen Pfarrei.

 Es gibt Belege dafür, dass das heutige, trutzig wirkende Gotteshaus nicht das erste an dieser Stelle ist. So wurde 1489/90 eine „kirchmawer“ erwähnt, was auf einen Vorgängerbau schließen lässt. Im Gewölbe des Chors der Laurentiuskirche jedenfalls ist das Jahr 1517 für die Nachwelt erhalten geblieben, dazu ein nicht identifizierbares Stifterwappen. Der Erbauer des (Bad) Staffelsteiner Rathauses, der in Kaider geborene und in Stübig ansässige Adam Kuntzelmann, fertigte im Jahr 1681 die charakteristische welsche Haube.

Steine aus den Hassbergen

Das Alter des Langhauses ist ungewiss. Überliefert ist jedoch, dass es 1681 erweitert wurde, unter Verwendung der Mauern. Die Steine hierfür kamen aus den immerhin 23 beziehungsweise 24 Kilometer entfernten Brüchen von Neubrunn in den Hassbergen.

Aus der mittelalterlichen Kirche hat sich bis in die heutige Zeit nur noch Sakramentsnische erhalten, darüber hinaus gibt es in der Sakristei einen spätgotischen Schrank. Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1602. Für den Hochaltar zeichnete der Bamberger Bildhauer Johann Samuel Koch verantwortlich. Vertraglich wurde genau festgelegt: „in der miten heyl. Lauerensius, in der linckhen Hand ein Rost, und in der rechten Hand einen Balmzweig haltent“, fünf Schuh hoch, „auf den beiden Seiten Petterum und Paulum“. Außerdem: „Die gewundenen Säulen mit wein Trauben und laub umwunden und gezieret“. Nach zweieinhalb Jahren wurde der Altar im August 1686 aufgestellt und erst neun Jahre später farblich gefasst. 1724 erhielt „Sankt Laurentius“ eine erste Orgel.

Als Friedrich Theiler 1795 einen Drehtabernakel in den Hochaltar einbaute, war kein Platz mehr für den nun zu großen heiligen Laurentius. Der Künstler schuf eine kleinere Figur, die bisherige Statue kam über das Portal und steht seit 1997 im Langhaus.                           Martina Drossel

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Heiterkeit trotzt Hagelattacken

Dorffest trotz Wetterkapriolen ein großer Erfolg – Erstmals zwei Kapellen

15.08.17  Ob Petrus das „Bett im Kornfeld“ mit einem Wasserbett verwechselt hatte? – Jedenfalls öffnete der Himmel alle Schleusen, als das Trio „Mainfieber light“ auf dem Festplatz am Gemeinschaftshaus die Gäste des Dorffests mit dem Gassenhauer verwöhnen wollte. Insgesamt regnete, blitzte und hagelte es an Mariä Himmelfahrt im Golddorf mehr als nur einmal richtig heftig – und trotzdem fiel das Fest dadurch nicht ins Wasser. Ganz im Gegenteil.

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Das Dorffest, bei dem der ausrichtende Soldaten- und Kameradschaftsverein von weiten Teilen der Dorfbevölkerung unterstützt wurde, fand heuer zum 40. Mal statt. Das nahmen die Organisatoren zum Anlass, den Nachmittag mit feiner böhmisch-mährischer Blasmusik zu eröffnen: „Dieter und seine Musikanten“ spielten fulminante Märsche und bekannte Polkas, streuten einige Gesangsparts ein und ließen sogar Showeinlagen nicht vermissen – beispielsweise, als Trommler Helmut die Kochmütze aufstreifte und die Löffelpolka mit Küchenutensilien  zelebrierte.

Danach gab es ein Wunschkonzert, bei dem nahezu alle Gästewünsche erfüllt wurden. Und den krönenden Abschluss bildete, wie sollte es anders sein, der „Böhmische Traum“, bei dem so mancher Musiker auf Wanderschaft ging. Die über 1000 Besucher waren begeistert, der lange Applaus war der schönste Lohn. Die Hüpfburg war zu diesem Zeitpunkt stark frequentiert, selbst ein Spielwarenhändler war in diesem Jahr vor Ort und für das leibliche Wohl war sowieso bestens gesorgt: Das Dorffest hatte zweifelsohne Volksfestcharakter.

Nahtlos ging es mit „Mainfieber light“ auf der zweiten Bühne weiter: Mit „Du schaffst das schon“, „17 Jahr blondes Haar“ und anderen Lieblingsliedern der Zuhörer brachten Jürgen und Bernd Donath sowie Hubert Wolf ihr Publikum auf Betriebstemperatur. Bis zum besagten „Bett in Kornfeld“, als urplötzlich Hagelkörner so groß wie Euromünzen auf die Köpfe prasselten und der Festplatz von jetzt auf gleich unter Wasser stand. Fluchtartig suchten die Besucher ein Plätzchen im Trockenen, 20 Minuten später war der Spuk schon wieder vorbei – und die zahlreich gebliebenen Gäste feierten weiter, als ob nichts gewesen wäre. Viermal sollte es an diesem Abend gewittern und stürmen, und trotzdem ließen sich einige Besucher des Dorffests erst in den frühen Morgenstunden „vertreiben“. Zu diesem Zeitpunkt waren die Essenstheken schon längst ratzeputz leergefegt.    Martina Drossel

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Das Dorf Oberleiterbach - Von Weinbau, Frondienst und Seelenheil

Dr. Thomas Gunzelmann referiert über ehemals michelsbergisches Klosterdorf

25.07.17   Chronisten schreiben das Jahr des Herrn 1221. Franz von Assisi stellt die (zweite) Ordensregel der Franziskaner auf. Nach einen Großfeuer lässt Bischof Ekbert Graf von Andechs-Meranien gerade den zweiten Bamberger Dom errichten. Und Heinrich von Schletten fürchtet um sein Seelenheil, verzichtet zugunsten des Klosters Michelsberg auf die Vogtei „Leiterbach“, mit der er einst vom Abt gelehnt wurde. Er ist die erste gesicherte Quelle, in der das Dörfchen Oberleiterbach einen Platz in der Geschichte findet.

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„Man darf jedoch davon ausgehen, dass der Ort noch viel älter ist“, erläuterte Dr. Thomas Gunzelmann, stellvertretender Referatsleiter Siedlungs- und Kulturlandschaftsdokumentation am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, im voll besetzten großen Saal des Gemeinschaftshauses seinen interessierten Zuhörern. Wie alt genau, das sei schwierig zu sagen, sei doch die Unterscheidung Unterleiterbach und Oberleiterbach erst eine aus der jüngeren Zeit. Früher habe man schlicht von „Leiterbach“ gesprochen, bereits um 800 sei ein solches erwähnt – jedoch sei davon auszugehen, dass es sich um Unterleiterbach handelte. „Ich vermute, dass es den Ort schon in karolingischer Zeit gab, wohl um 900 oder 1000.“ Schriftliche Nachweise aber gibt es keine. Dafür gibt es selbst aus der Eisenzeit menschliche Spuren rund um Oberleiterbach: Im Flurstück Hagenbüchlein Richtung Kleukheim und am Kohlanger Richtung Unterleiterbach sind Hügelgräber zu finden, die aus der Hallstadt- und frühen Latène-Zeit stammen dürften.

Name wohl von „Leite“

Doch was bedeutet er, der Ortsname Oberleiterbach? – Gunzelmann fußte diesbezüglich auf den Forschungsergebnissen von Dr. Dorothea Fastnacht zurück. Die wahrscheinlichste Deutung sei, dass es er von „Leite“, also dem fränkischen Begriff eines steilen Hangs, stamme. Oberleiterbach sei schließlich von fast allen Seiten von Anstiegen umgeben.

Im Mittelalter war die Geschichte Oberleiterbachs untrennbar mit der des Klosters Michelsberg in Bamberg verbunden, das der erste Bamberger Bischof Eberhardt 1015 gründen ließ. In Oberleiterbach stand einer der 13 Haupthöfe (principalia curtis). Dieser war so wichtig, dass sogar, wie im Mittelalter üblich, Urkunden gefälscht, also zurückdatiert wurden. Die bäuerlichen Untertanen hatten Abgaben und Frondienste an den Grundherren. Geleitet wurde das System vom auf dem Klosterhof ansässigen Meier, der im Obermainraum meist Hofmann genannt wurde. Ab 1366 wurde der Klosterhof (heute Laurentiusring 4 und 8) verpachtet und später auf Erbrecht verliehen. Abgaben an den Grundherrn waren aber natürlich weiter zu leisten: Bischof, Kloster und die Kirche selbst wollten entlohnt sein. Damit das auch klappte und notfalls Recht durchgesetzt werden konnte, wurden Vögte eingesetzt. Und über dieses Amt kamen auch die Marschalke von Kunstat (später Ebneth) zu Jahrhunderte währenden Besitzungen in Oberleiterbach.

Vier Käse zu Pfingsten

Dank einer vorzüglichen klösterlichen Buchführung lässt sich nachvollziehen, dass in „Obernleiterpach“ 1323/28 neun Bauern Zinsen von einer Hube (mansum) und drei weitere von einem Lehen (feudum) entrichteten. Die Abgaben waren nicht wenig, aber doch erträglich, wie Dr. Gunzelmann am konkreten Beispiel aufzeigte. In den Quellen heißt es: „Heinrich Hornung von einer Hube steuert an Walpurgis (1. Mai) und an Martini (11. November) jeweils ein Pfund Denare (Pfennige), außerdem 2 Sümmer Korn (ca. 600 l), an nativitas (Weihnachten) 2 Hühner; an carnisprivum (Fassnacht) 1 Huhn, an pascha (Ostern) 60 Eier, an pentecoste (Pfingsten) 4 Käse.“ Elf Huben – große Ackerflächen –  ließ das Kloster bewirtschaften, die später in immer kleinere Teile zerbrochen wurde. Das Dorf wuchs – und die Oberleiterbacher brauchten Broterwerb. Die Selden (Sölden) entstanden.

Bedeutend war nicht nur der Klosterhof: Oberleiterbach war mit seinen 25 Weingärten nördlich des Dorfes im Spätmittelalter auch ein bedeutsamer Weinbauort für das Kloster (montis monachorum). Der Rückgang des Weinbaus setzte um 1560 mit der sogenannten kleinen Eiszeit ein, der 30-jährige Krieg tat sein übrigens. Jedoch lasse sich noch 1801 ein Lätterbocher Weinberg in Oberleiterbach nachweisen, der damals dem Kloster Banz lehenbar war, so der Fachmann.

Bis zur Säkularisation

„Am Ende des Alten Reichs gehörte Obereiterbach zum Hochstift Bamberg, dessen Amt Lichtenfels die hohe und niedrige Gerichtsbarkeit ausübte und Steuern, also Abgaben an den Landesherrn, einzog“, erklärte Dr. Thomas Gunzelmann. Das Kloster Michelsberg prägte noch immer, als mit Abstand größter Grundherr, die Geschehnisse im Ort. Und Lätterbach war ein vergleichsweise wohlhabendes Bauerndorf. „Handwerker gab es nur, soweit sie der Versorgung der Landwirtschaft dienten.“ Ein Zimmermeister, ein Schuhmacher, zwei Weber und ein Schmied gingen ihrer Arbeit nach, außerdem gab es zwei Wirte – und einige Einwohner betrieben gemeinsam ein Brauhaus. Bereits im 18. Jahrhundert gab es eine Schule. „Mit dem Übergang des Hochstifts Bamberg an Bayern im Jahr 1802 und damit auch der Aufhebung des Klosters Michelsberg ging die jahrhundertealte wesentliche Einflussnahme des Klosters auf das Dorf zu Ende“, führte der Fachmann aus.

Während sich die Bevölkerungsentwicklung in den zurückliegenden Jahrhunderten kaum veränderte, von den Auswirkungen des Krieges einmal abgesehen, so gebe es erst in jüngerer Zeit eine leichte siedlungsmäßige Aufwärtsentwicklung. Einher ging die Stagnation der Landwirtschaft, Oberleiterbach wurde Wohnstandort. „Bei den erheblichen Qualitäten des Ortsbildes und des Landschaftsbildes muss man sich allerdings für die Zukunft eine sehr sensible Planung wünschen“, schloss Dr. Thomas Gunzelmann seine Ausführungen.

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Das Wichtigste des Dorfes auf einen Blick

 

Gartenbauverein stellt Ortsinfotafel auf – Raiffeisen-Volksbank zahlt mit

Von unserer Mitarbeiterin

MARTINA DROSSEL

OBERLEITERBACH 796 Jahre ist es her, dass die Geschichtsschreiber zum ersten Mal den michelsbergischen Klosterhof zu „Leiderbach“ erwähnten. In den vergangen fast acht Jahrhunderten erlebte der Ort, der einst zum Landkreis Staffelstein gehörte und heute Teil des Marktes Zapfendorf ist, eine wechselvolle Geschichte mit etlichen Höhepunkten, aber auch den ein oder anderen Einschnitt, beispielsweise im 30-jährigen Krieg. Der Gartenbauverein hat die wichtigsten Eckpunkte der Historie des Ortes auf einer attraktiven Informationstafel zusammengetragen. Diese wurde jüngst an der Leiterbachbrücke an der Kleukheimer Straße aufgestellt.

Bioenergiedorf, die kunstvoll konstruierte Welsche Haube von „Sankt Laurentius“, Fachwerkpracht und Weinanbau: Die Ortsinfotafel bietet dem Wanderer, Radler, Pilger oder Heimatfreund grundlegende Informationen in gebotener Kürze, garniert von aussagekräftigen Bildern der Lätterbocher Schönheiten. Natürlich werden auch das Leben und Wirken von Einsiedler Ivo Hennemann beleuchtet und die wiederkehrenden Feste des Dorfes thematisiert.

Eine großzügige Spende in Höhe von 1000 Euro der Raiffeisen-Volksbank Bamberg ermöglichte das Erstellen der übermannshohen Ortsinfotafel, auch der Markt Zapfendorf beteiligt sich finanziell. Ihr genau gegenüber auf der anderen Straßenseite hängt seit kurzem eine weitere Tafel, die auf den Jakobusweg hinweist. Und wer Details über das Bioenergiedorf und die Vorteile der nachhaltigen Energiewirtschaft wissen möchte, wird darüber am Gemeinschaftshaus informiert, wo die Energiegenossenschaft Oberleiterbach (EGO) eine weitere Tafel installierte. Dort startet auch der Historische Dorfrundgang mit QR-Code, den die Oberleiterbacher jüngst fertigstellten.

Weitere Informationen rund um Oberleiterbach, seine Vereine und deren Feste finden Interessenten auf der jüngst geschaffenen Homepage www.oberleiterbach.de

 

Direkt am Leiterbach: Mitglieder des Gartenbauvereins installieren die attraktive Ortsinformationstafel an der Kreuzung Kleukheimer Straße/Leuchtersbrunnen. FOTO: MARTINA DROSSEL

Bericht Kommissionsbesuch ist Online

Zum Artikel auf Obermain.de

14.07.17 - Die Zeitreise durch Lätterboch kann beginnen

Tafeln des Historischen Dorfrundgangs mit QR-Code stehen – Bezirkskommission kommt

OBERLEITERBACH Am Dienstag, 18. Juni, besucht die Bezirkskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ das 279-Einwohner-Dorf Oberleiterbach. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, um das sowieso schon sehr schmucke Dorf im Markt Zapfendorf ganz besonders herauszuputzen. Eines der zeitaufwändigsten Projekte ist dabei der Historische Dorfrundgang mit QR-Code, der nun vor der Vollendung steht.

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Insgesamt wurden dafür im Dorf 29 Tafeln vor den Baudenkmälern aufgestellt. Start des Historischen Dorfrundgangs ist am Gemeinschaftshaus am Eichenweg. „Auf den Tafeln können Geschichtsfreunde das wichtigste zum Entstehungsjahr und zur Bauform lesen. Außerdem haben wir für viele unserer Sehenswürdigkeiten tolle alte Fotos erhalten“, erklären Philipp Kunzelmann und Markus Drossel, die Hauptorganisatoren. „Wer dann den QR-Code mit dem Mobiltelefon oder Tablet einliest, bekommt weiterführende Informationen, beispielsweise zu Hausnamen, früheren Besitzern – und oftmals eine ganze Reihe an Bildern aus früheren Jahren und Jahrzehnten.“

Schweizerhausstil

Der Geschichtsfreund erfährt von Häuser in Schweizer- und Heimatschutzstil, von Klostergütern und einem Dreiseithof wie aus dem Musterbuch, von aufwändigen Martern, von Missionar Pater Laurentius und dem berühmtesten Sohn des Dorfes: von (Johann) Ivo Hennemann, dem Eremiten des Staffelbergs, dem Joseph Victor von Scheffel ein klingendes Denkmal schuf. Das Konterfei des Einsiedelmanns ziert auch die Tafeln des Historischen Dorfrundgangs.

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„Durch die Verbindung von Tradition und Moderne,

von klassischem Lesen und zeitgemäßen Medien,

dürfte er für viele Altersklassen interessant sein.“

Philipp Kunzelmann und Markus Drossel,

Projektverantwortliche

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Die Daten zum Historischen Dorfrundgang sind auch auf der neu geschaffenen Homepage www.oberleiterbach.de zu finden, die in den vergangenen Monaten aufgebaut wurde. „Natürlich ist auf der Internetseite noch nicht alles perfekt. Eine Homepage entwickelt sich stets weiter. Aber schon heute finden Interessenten hier Grundlegendes über den Ort, über unser reges Vereinsleben, über Feste und Feiern – und über die Geschichte unseres einst michelsbergischen Klosterdorfs.“

 „Wir sind schon ein wenig stolz, dass wir aus der Bevölkerung so viele aussagekräftige Fotos bekommen haben“, sagen Kunzelmann und Drossel. „Es ist schon interessant, wie sich das Dorf in den vergangenen Jahrzehnten und auch Jahrhunderten entwickelt hat.“ Auch die Ständer, die die Tafeln vor den Objekten präsentieren, sind „made in Oberleiterbach“: Leonhard Eberth und Nikolaus Kunzelmann bauten sie für das Projekt. Georg Amon half zudem bei der Recherche.

Nicht nur für den Bezirksentscheid

„Wir hoffen, dass der Historische Rundweg mit QR-Code von vielen Interessenten genutzt wird. Durch die Verbindung von Tradition und Moderne, von klassischem Lesen und zeitgemäßen Medien, dürfte er für viele Altersklassen interessant sein. Er wurde natürlich nicht nur für den Bezirksentscheid geschaffen, sondern soll, geht es nach uns, möglichst lange bestehen bleiben.“ Der Historische Dorfrundgang mit QR-Code konnte dank einer 750-Euro-Spende der Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein realisiert werden und aufgrund der Zusage von Erstem Bürgermeister Volker Dittrich, dass die Marktgemeinde Zapfendorf das Projekt finanziell unterstützt.

Von Martina Drossel

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Fleißiger Helfer im Einsatz - Nikolaus Kunzelmann montiert im Hintergrund eine Tafel für den Historischen Rundgang FOTO: Martina Drossel

09.07.17 - Schießgruppe - Gerhard Senger holt sich den Wanderpokal

Preisverteilung der Schießgruppe im Soldaten- und Kameradschaftsvereins

OBERLEITERBACH   Die Freude stand Schießwart Stephan Metzner ins Gesicht geschrieben: Rund die Hälfte der Mitglieder der Schießgruppe im Soldaten- und Kameradschaftsverein hatte sich in diesem Jahr an den Wettkämpfen um Pokale und Wanderpokal beteiligt. „Ich wüsste nicht, wann das jemals so war“, sagte er stolz. Auch heuer hatte er sich wieder Besonderheiten einfallen lassen:

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Der Schuss um den Wanderpokal wurde mit einer Winchester abgegeben, was viele Schützen vor eine große Herausforderung stellte.

Im Gemeinschaftshaus fand im Rahmen einer Brotzeit die Ehrung der Sieger statt. Beim Kleinkaliberschießen an der Schießanlage am „Wolfsanger“ durften fünf Schuss auf die 50 Meter entfernte Zielscheibe abgegeben werden. Die Ergebnisse waren so knapp, dass oftmals das Stechen entscheiden musste. Schießwart Metzner freute sich über eine hohe Beteiligung an allen Schießtagen und hatte acht Pokale auszureichen. Mit 45 Ringen das beste Ergebnis erreichte der Oberleiterbacher Thomas Hennemann, gefolgt von Stephan Metzner (43 Ringe), Franz Hennemann (43), Heinrich Gehringer (42) und Alfons Hennemann (41).

Wer den opulenten Wanderpokal ergattern wollte, musste mit dem ungewohnten Repetiergewehr erst einmal auf eine Entfernung von 25 Metern treffen. Bei der 36. Auflage des Pokalschießens gelang dies dem 2. Vorsitzenden des Soldaten- und Kameradschaftsvereins, Gerhard Senger am besten, gefolgt von Leonhard Eberth und Franz Hennemann auf den Plätzen zwei und drei.

Namens des Soldaten- und Kameradschaftsvereins gratulierte Georg Seelmann den Gewinnern der Pokale und dankte dem Organisatoren-Team um Stephan Metzner: Alles habe mal wieder sehr gut geklappt. Er wies zudem auf den nächsten Höhepunkt des Veranstaltungsjahres hin: Am Feiertag Mariä Himmelfahrt (15. August) richtet der Soldaten- und Kameradschaftsverein auf dem Festplatz am Gemeinschaftshaus das Dorffest aus. Kurzweilige Unterhaltung garantiert das Trio „Mainfieber light“ aus Bad Staffelstein mit Schlager- und Stimmungsmusik und, erstmalig sozusagen als Warm-up, auch „Dieter und seine Musikanten“, für das leibliche Wohl zu familienfreundlichen Preisen ist bestens gesorgt. Schießwart Metzner versprach danach, sich auch für das kommende Pokalschießen wieder eine Besonderheit beim Schuss auf die Glücksscheibe einfallen zu lassen.

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Pokalsieger unter sich: (v. li.) Andrea Senger, Franz Hennemann, Stephan Metzner, Thomas Hennemann, Alfons Hennemann, Udo Seelmann, Heinrich Gehringer und Georg Seelmann (SKV). FOTO: MARTINA DROSSEL

Als der Wirt die Kirchenmauer durchbrach

CHW-Exkursion im einst Michelsbergischen Klosterdorfs – Wunderschönes Kirchhoftor

OBERLEITERBACH   War es die Erwartung dreier Koryphäen auf ihrem Gebiet, die die zahlreichen Geschichtsfreunde an diesem Sommerabend nach Oberleiterbach lockte? War es die faszinierende Geschichte eines einst Michelsbergischen Klosterdorfs mit seiner 500-jährigen Kirche, die anspornte? Oder war es einfach die große Freude, endlich mal wieder Geschichte hautnah, und mit Witz und Charme vorgetragen, erleben zu dürfen? – Jedenfalls machten die mehr als 100 Interessenten die Exkursion des Colloquium Historicum Wirsbergense im 279-Einwohner-Dörfchen zu einem großen Erfolg. Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold, Kreisheimatpflegerin Annette Schäfer und der Vierzehnheiligener Basilikaorganist Georg Hagel verwöhnten sie mit einem faszinierenden Spaziergang bis zurück ins Mittelalter.

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Zunächst gab die Bamberger Kreisheimatpflegerin einen Einblick in die Geschichte des Haufendorfs am Anstieg zur nördlichen Frankenalb, dessen Einwohnerzahl sich in den vergangenen 200 Jahren nahezu nicht veränderte. 1221 wurde „Leiderbach“ in einer Urkunde als einer der 13 Haupthöfe des Klosters Michelsberg genannt, 1323 dann taucht der Name Oberleiterbach im Urbar A des Bistums Bamberg erstmals auf. Der Klosterhof (heute Laurentiusring 4 und 8) diente der Versorgung des Stifts mit landwirtschaftlichen Gütern, so Schäfer. Im späten Mittelalter, in einer Phase der klimatischen Erwärmung, wurde Oberleiterbach ein wichtiger Weinbauort für das Kloster Michelsberg: „Es ist von etwa 25 Weingärten rund um Oberleiterbach die Rede“,  ekrlärte der Fachfrau aus Hirschaid. Als 1560 dann eine kleine Eiszeit einsetzte und alsbald der Dreißigjährige Krieg ausbrach, ging der Weinbau massiv zurück. Und die Bevölkerungszahl Oberleiterbachs brauchte aufgrund der Kriegs bis ins Jahr 1738, um wieder den Stand von vorher zu erreichen.

Als 1803 die Säkularisation begann, wurde der Ort zunächst in das Kurfürstentum und ab 1806 in das junge Königreich Bayern eingegliedert. Erst wurde das Dorf 1804 dem Landgericht Hallstadt zugewiesen, 1813 dann dem Landgericht Lichtenfels, 1841 dem Landgericht Scheßlitz und dann 1862 zum neu errichteten Landgericht Staffelstein, dem späteren Landkreis Staffelstein. Da blieb es bis zur bayerischen Gemeindegebietsreform 1972, als der Landkreis Staffelstein aufgelöst wurde und Oberleiterbach zum Landkreis Bamberg kam.

Beim kleinen Dorfrundgang erläuterte Schäfer die unterschiedlichen Baustile und Bauformen, richtete den Blick auf den Heimatschutzstil des „Neuen Schulhauses“ von 1913, in dem einst bis zu 54 Kinder gleichzeitig unterrichtet wurden, und zeigte andernorts die Schweizerhaus-Elemente an einem Fachwerkbau. Dass die Baustruktur des Ortes an vielen Stellen unverfälscht erhalten blieb, sei ein Glücksfall.

Zurück im von hohen Mauern umschlossenen Kirchhof, der bis 1968/69 als Friedhof diente und durch „das wohl schönste Kirchhoftor weit und breit“ (Dippold) zu erreichen ist, übernahm der Bezirksheimatpfleger. Er wartete gleich mit einem Kuriosum auf: Eigentlich sollte der Kirchhof nur einen Zugang haben. Eigentlich, denn da hatte die Kirche die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Besitzer „von dem ungefähr sechs oder acht Schuhe von der Kirchhofmauer entfernten Wirthshause“ nahm, wie 1827 niedergeschrieben, kurzerhand Steine aus der Mauer, „damit er und seine Gäste je am geschwindesten und unmittelbarsten vom Wirthshause zum Gottesdienst und vom Gottesdienst zum Wirthshause kommen können.“

Der CHW-Chef erklärte, dass der Kirchturm aus dem Jahre 1517 stamme, was die Inschrift des Schlusssteins belege. Einst war der Kirchturm jedoch wohl spitz, die schwierig zu konstruierende Welsche Haube ist ein Werk des Meisters Adam Kuntzelmann aus Stübig, der auch das Rathaus in Staffelstein erbaut hat. Das Langhaus sei grundlegend auch mittelalterlich, doch wurde es 1681 erweitert, unter Verwendung der Mauern.

„Als die Kirche errichtet wurde, gehörte Oberleiterbach zur Pfarrei Ebensfeld, davor vielleicht zu Staffelstein oder Scheßlitz. Es war vermutlich auch nicht die erste Kirche an dieser Stelle, denn bereits 1489/90 wird eine ,kirchmawer‘ erwähnt“, sagte Dippold. Als die Pfarrei Kleukheim entstand, wollten die Oberleiterbacher 1953 dieser zugeteilt werden – schlicht, weil der Fußweg dorthin nur halb so lang ist. Ein Jahr später erfüllte der Bamberger Bischof ihren Wunsch. Nicht mal ein halbes Jahrhundert später, als Kirchschletten von der Pfarrei Zapfendorf abgetrennt und eigenständig wurde, wurde Oberleiterbach diesem halb so großen Ort untergeordnet –„immer krieg und streit, händel“ (Visitationsprotokoll 1751) waren programmiert.

Von der mittelalterlichen Kirche ist im Innern nicht mehr viel erhalten geblieben, wohl aber die typische Sakramentsnische, wie der Bezirksheimatpfleger aufzeigte. Bildhauer Johann Samuel Koch fertigte 1686 den Hochaltar, ursprünglich mit einem fünf Schuh hohen „heyl. Lauerensius, in der linckhen Hand ein Rost, und in der rechten Hand einen Balmzweig haltent“. Als jedoch der Hochaltar 1975 durch ein ausladenden Drehtabernakel ergänzt wurde, war kein Platz mehr für den schulkindgroßen Heiligen – ein kleinerer Ersatz musste her, der „alte“ Heilige wurde etwas seiner Haare beraubt , über der südlichen Kirchentür positioniert und später wieder in die Kirche geholt, wo er heute die Flanke ziert.

1724 erhielt die Oberleiterbacher Kirche nachweislich eine Orgel, laut Professor Dippold vermutlich die erste. Das heutige, pneumatisch betriebene Instrument im Stile der Romantik stammt aus dem Jahr 1903, vom Orgelmeister Johann Wolf aus Bayreuth – einem gebürtigen Oberleiterbacher. Basilikaorganist Georg Hagel ließ die hunderte Pfeifen aus Holz und Metall in ihren schönsten Klangfarben erschallen. Zwar sei die Orgel nicht für opulente Bach-Werke ausgelegt, dennoch klanglich ein sehr schönes Instrument.

Gut zwei Stunden dauerte die kurzweilige Zeitreise des Colloquium Historicum Wirsbergense. Dabei durfte ein Exkurs zum berühmtesten Sohn des Ortes und seinerzeit „lebenden Scheffel-Denkmal“ (Dippold), zum Einsiedler (Johann) Ivo Hennemann, nicht fehlen. Als der badische Dichter ihm eine Passage in seinem Gedicht „Wohlauf, die Luft“ widmete, wurde auch der Oberleiterbacher Einsiedelmann eine Berühmtheit – und der Tourismus auf dem Staffelberg boomte. Dass die dortige Adelgundiskapelle einen Turm erhielt und die Klause durch einen Bau aus Stein ersetzt wurde, war Ivos Verdienst – und letztlich Vermächtnis. Die über 100 Geschichtsfreunde lauschten andächtig und goutierten die hervorragenden Darbietungen des Trios mit schallendem Applaus. Bei einigen Gläschen „Lätterbocher“, dem Jubiläumsbier zum 500-Jährigen der Kirche, wurden die Eindrücke abschließend vertieft.

 

 

 

Die Bamberger Kreisheimatpflegerin Annette Schäfer führte über 100 Exkursionsteilnehmer durch den Ort. FOTO: MARTINA DROSSEL

 

 

Vor und in „Sankt Laurentius“ wusste Bezirksheimatpfleger Professor Günter Dippold von so manchem Kuriosum zu berichten. FOTO: MARTINA DROSSEL

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Bürgerenergiepreis 2017 gestartet

Bayernwerk und Regierung von Oberfranken suchen wieder beispielgebende Projekte für die Energiewende

Der Auftakt zum diesjährigen Bürgerenergiepreis fand am Dienstag (30. Mai) in Oberleiterbach im Landkreis Bamberg statt. Christoph Henzel von der Bayernwerk AG und Abteilungsdirektorin Dr. Corinna Boerner von der Regierung von Oberfranken stellten den Wettbewerb vor. Gastgeber war diesmal die Energiegenossenschaft Oberleiterbach, die mit ihrem Projekt „Bioenergiedorf“ unter den drei Vorjahrespreisträgern waren.

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Der Auftakt zum diesjährigen Bürgerenergiepreis fand am Dienstag (30. Mai) in Oberleiterbach im Landkreis Bamberg statt. Christoph Henzel von der Bayernwerk AG und Abteilungsdirektorin Dr. Corinna Boerner von der Regierung von Oberfranken stellten den Wettbewerb vor. Gastgeber war diesmal die Energiegenossenschaft Oberleiterbach, die mit ihrem Projekt „Bioenergiedorf“ unter den drei Vorjahrespreisträgern waren.

 

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Die Ehrengäste mit allen Beteiligten aus Oberleiterbach

01.04.17 - GBV - Jahreshauptversammlung Gartenbauverein

Mit Hacke und Spaten für das Ortsbild
Gartenbauverein investiert Muskelkraft und Geld in Dorfverschönerung – Jahresversammlung

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Von MARTINA DROSSEL
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OBERLEITERBACH Die Hürde Kreisentscheid
hat das kleine Oberleiterbach
ganz locker übersprungen und sich mal
eben als eines der schönsten Dörfer im
großen Landkreis Bamberg präsentiert.
Seit dem „Gold“ auf Kreisebene im Juli
vergangenen Jahres allerdings gab und
gibt es jede Menge zu tun, vor allem für
den federführenden Obst- und Gartenbauverein.

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Bayernwerk und Regierung von Oberfranken suchen wieder beispielgebende Projekte für die Energiewende

Das Video zum Bürgerenergiepreis ist online auf You Tube

18.04.17 - Dorfjugend -Knatternd durch das Bundesgolddorf

OBERLEITERBACH 
„Wir rufen den Englischen Gruß“, schallte es am Abend des Gründonnerstags erstmals durch die Straßen des Dorfs. 
15 Kinder und Jugendliche waren dann am Karfreitag und –Samstag jeweils frühmorgens, mittags und abends unterwegs, 
um durch ihr Raspeln das Geläut der Glocken von „Sankt Laurentius“ zu ersetzen, die wegen des Sterben und Leiden Jesu nach Rom geflogen waren. 
Zum Dank und als Lohn ihrer Mühen bekamen sie von den Bewohnern des Dorfes Eier und andere kleine Geschenke. TEXT/FOTO: MARTINA DROSSEL

02.04.17-News - Delegation von BUND Naturschutz besucht Oberleiterbach

OBERLEITERBACH

Es ist acht Jahre her, als mehrere, an einer Energiewende begeisterte Bürger mit dem Aufruf „Macht alle mit“ in einem „Energierundbrief“ die Mitbewohner des 276-Seelen-Orts motivierten, gemeinsam das Projekt dörfliches Nahwärmenetz auf die Beine zu stellen. Die Zeit war günstig, standen doch Wasserleitungssanierung und Dorferneuerung ins Haus. Mittlerweile ist Oberleiterbach das erste und einzige Bioenergiedorf im Landkreis – und dort blickten Interessenten der Kreisgruppedes Bund Naturschutz Lichtenfels jüngst
hinter die Kulissen.

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Reiner Zapf-Willmer, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Oberleiterbach
(EGO), führte die zahlreichen Exkursionsteilnehmer um BN-Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt durch das Bundesgolddorf von 1977. Zapf-Willmerwar und ist einer dieser Visionäre, denenvor allem eine sichere, klimafreundliche und ökologische Energieversorgung am Herzen lag und liegt. Er erklärte den Naturschützern, wie es mit viel ehrenamtlichem Engagement, Mut und Überzeugungskraft in Einzelgesprächen und Bürgerversammlungen schließlich gelang, im Jahr 2012 die Energiegenossenschaft
zu gründen, Kooperationspartner zu finden, staatliche Fördergelder zu beantragen,
Verträge mit den Hauseigentümern vorzubereiten und die Bauüberwachung der Anlagen sicherzustellen.Entscheidende Vorteile „Wir sind im Vorstand der EGO ein
sehr gutes Team und haben eine intakte Dorfgemeinschaft, sonst wäre eine erfolgreiche Umsetzung unserer Ideen nicht möglich gewesen“, stellte Reiner
Zapf-Willmer heraus. „Manches war Pionierarbeit, bei der wir viel dazugelernt
haben. Dass uns mittlerweile sogar eine Delegation aus China besucht und um
Rat gefragt hat, macht uns ein bisschen stolz.“
Mittlerweile seien 58 Prozent der Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen
– mit einigen entscheidenden Vorteilen, wie der Wirtschaftsfachmann betont: „Wir haben mehr Platz im Haus, da Öltanks, Gas- oder Wärmespeicher,
Heizkessel und Kamin entfallen. Dafür haben unsere Anschlussnehmer günstige Wärmepreise, in denen bereits alle Wartungs- Überwachungs- und Nebenkosten
enthalten sind.“ Und nicht zuletzt hätten die Energiegenossen eine Unabhängigkeit von ständig schwankenden Weltmarktpreisen für Erdöl und
Erdgas. „Im Übrigen bleibt die Wertschöpfung
weitgehend in unserer Region.“
Bei der Besichtigung des Hackschnitzelheizwerks,
das sich in direkter Nachbarschaft
von Gemeinschaftshaus und
Feuerwehrhaus befindet, erfuhren die
Exkursionsteilnehmer, dass es mit einer
thermischen Leistung von 500 Kilowatt
in der Lage sei, den gesamten Wärmebedarf
des Dorfes zu decken. In den Sommermonaten
reiche jedoch allein schon
die Wärmeleistung der Biogasanlage mit
310 Kilowatt aus, die örtliche Landwirte
errichtet haben.
Veronika Schmuck erläuterte die Funkionsweise
des kleinen Biomasse-Kraftwerk
am Ortsrand Richtung Kleukheim
ausführlich. Sie betonte, dass die Anlage
nicht nur mit Mais „gefüttert“ werde,
sondern im Mischbetrieb mit Gülle,
Stallmist und unter Einhaltung der
Fruchtfolge, je nach Jahreszeit, auch mit
anderem Energie lieferndem Grünpflanzenmaterial.
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„Dass uns mittlerweile
sogar eine Delegation aus
China besucht und um Rat
gefragt hat, macht uns ein
bisschen stolz.“
Reiner Zapf-Willmer,
Energiegenossenschaft Oberleiterbach
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Kennzeichnend für die Biogasanlage
ist ein großer, runder, 3600 Kubikmeter
fassender Biomassebehälter, über dem
sich ein kegelförmiger 1800 Kubikmeter
fassender Gasraum befindet. In dem
kleinen Maschinenhaus treibt das eingeleitete
Biogas einen Motor an, dessen
Wärmeenergie über einen großen Pufferspeicher
in das 2,5 Kilometer lange
Rohrleitungsnetz an die Verbraucher geliefert
wird und der gleichzeitig über den
angeschlossenen Generator auch elektrische
Energie bereitstellt.
Auch Sonnenenergie wird genutzt
Auf dem gegenüberliegenden Berg,
Richtung Reuthlos, haben außerdem
mehrere Landwirte auf ihren Grundstücken
eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage
mit einer Nennleistung von
3700 Kilowatt errichten lassen. Dazu
kommen noch etliche Photovoltaik-
Dachanlagen von Hausbesitzern aus
Oberleiterbach. Zusammen ergebe das
eine elektrische Leistung mit der man
den fünffachen Strombedarf des gesamten
Dorfes erzeugen könne, erläuterte
Reiner Zapf-Willmer.
Besondere Freude herrschte im voigen
Jahr über die Verleihung des Prädikats
„Bioenergiedorf“. „Das hat uns weiter
bestärkt, unser Dorfgemeinschaft liebens-
und lebenswert voranzubringen“,
betonte das EGO-Vorstandsmitglied
meinte während des Rundgangs durch
das malerische Dorf. Als Beispiele nannte
er die Umrüstung der Straßenbeleuchtung
auf LED-Lampen, die Errichtung
eines Rastplatzes mit Trinkwasserstelle
für Wanderer auf dem Jakobspilgerweg,
der mitten durch den Ort führt, das Erneuernund Verschönern des Kinderspielplatzessowie Renaturierungsmaßnahmenam Leiterbach.
„Unser Dorf hat Zukunft“Derzeit werden die Arbeiten des zweiten Abschnitts der Dorferneuerung abgeschlossen, einhergehend mit umfangreichen Pflanzmaßnahmen. Und so machen sich die Oberleiterbacher nun große Hoffnung, beim Dorfwettbewerb
„Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf
soll schöner werden“ möglichst weit zu kommen. Anton Reinhardt dankte ,stellvertretend für die Exkursionsteilnehmer,den Referenten Reiner Zapf-Willmerund Veronika Schmuck für die vielen Informationen und Anregungen.

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Die Erklärungen des Wirtschaftsfachwirts und EGO-Vorstandsmitglied Reiner Zapf-Willmer (3.v. li.) stießen bei den Teilnehmern der Bund-Naturschutz-Exkursion auf
großes Interesse: Das Bild entstand vor dem Holzhackschnitzelheizwerk, einem Herzstück des Bioenergiedorfes Oberleiterbach. FOTOS: ANTON REINHARDT

18.03.17 - Feuerwehr - Jahreshauptversammlung Feuerwehr

„Weil nur so die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert“

Harald Hümmer ist seit 30 Jahren bei der Feuerwehr – Ehrung bei der Jahresversammlung

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Von MARTINA DROSSEL

OBERLEITERBACH „Nachbarschaftshilfe ist überaus wichtig“, betont Harald Hümmer. „Gäbe es sie nicht, würde die Hilfe zur Selbsthilfe nicht funktionieren. Und deswegen war es für mich nie eine Frage, ob ich zur Feuerwehr gehen würde oder nicht. Früher ist jeder zur Feuerwehr gegangen.“ Drei Jahrzehnte ist es her, dass Hümmer sich für den Dienst „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ verpflichten ließ. 30 Jahre, in denen er so  manchen Einsatz mitbetritt, unter anderem einen großflächigen Waldbrand oder einen Hausbrand im Nachbarort Unterleiterbach. Im Rahmen der Hauptversammlung „seiner“ Freiwilligen Feuerwehr Oberleiterbach wurde er nun mit einer Urkunde als Dankeschön ausgezeichnet.

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